Heute, Sonntag, 1. August 2010  

20.00 Uhr: Singin' in the Rain
STADT THEATER KLAGENFURT  - Klick = Home
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      Vorwort
Wandlung und Verwandlung
sind das Wesen des Theaters
Seit 1737 gibt es in Klagenfurt ein festes Theater. Es begann mit einem Ballhaus der Renaissancefürsten, vermutlich zwischen 1605 und 1620 erbaut, das vorwiegend den gesellschaftlichen Vergnügungen des Adels und den Wandertruppen als Aufführungsort diente und schrittweise zu einem regelmäßig bespielten Theaterbau wurde. Mit dem Jugendstilgebäude des Architektenduos Helmer und Fellner, am 22. September 1910 eröffnet, entwickelte sich unser Theater zum kulturellen Mittelpunkt der Stadt Klagenfurt und des Landes Kärnten. Wir begehen das hundertjährige Jubiläum mit einem Theaterfest und mit Uraufführungen im Schauspiel und im Musiktheater in einem besonders vielschichtigen, bunten Programm.

Ein neuer Spielplan ist immer der Beginn eines Abenteuers, seine Realisierung erfordert Phantasie, Kreativität und gedanklichen Mut, aber auch den Einsatz und die Begeisterung aller Künstlerinnen und Künstler und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Unsere künstlerische Arbeit hat auch im dritten Jahr meiner Intendanz Ihre Zustimmung gefunden. Das macht uns glücklich und motiviert uns natürlich auch in dieser Spielzeit.

Schon in der Antike leistete sich Europa das Theater als subventionierten Ort kollektiven Nachdenkens über die Gesellschaft. Die Geschichte des Theaters ist seit jeher verknüpft mit dem Glauben an eine positive Weiterentwicklung der Menschheit, und oft genug war es Motor oder zumindest Kommunikator des Fortschritts. Wer glaubt, auf Theater, Museen, Konzertsäle, Bibliotheken verzichten zu können, Philosophie, Literatur und Musik aus den Lehrplänen streichen zu müssen, weil Kunst und Kreativität nicht objektiv messbar sind und sich jeglichen Rentabilitätsberechnungen entziehen, möge einen Blick in die Geschichte tun. Auch in Krisenzeiten ist Theater stets ein Ort, an dem gesellschaftliche Wandlungen von bleibendem Wert in Gang gesetzt werden, an dem Menschen für den Puls der Zeit sensibilisiert werden und an dem sich Vergangenheit in Gegenwärtiges und Zukünftiges verwandelt. Auf der Bühne reiben sich Utopien und verdichtete Realität aneinander, Geschichten vom Sein werden hier mit den magischen Mitteln des Theaters neu erzählt. Solange Theater den Anspruch, ein Ort des geistigen Austausches zu sein, nicht aufgibt, braucht es seine Existenz nie zu rechtfertigen. In diesem Sinne verstehen wir den diesjährigen Spielplan auch als Anregung zur Auseinandersetzung und Reflexion und als lustvolle Gegenwelt zur krisengeschüttelten Gegenwart.

Wir wünschen uns ein offenes Haus, das in der Stadt, in der Region und über die Grenzen hinaus weiterhin erfolgreich ist. Bleiben Sie mit uns am Puls der Zeit – wir freuen uns auf Sie!

Herzlichst Ihr
Josef E. Köpplinger
 
Wenn die Musik der Liebe Nahrung ist, spielt weiter!

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