| Kritische Edition in vervollständigter Erstausgabe von Heiko Cullmann |
| Musikalische Leitung |
Peter Marschik |
| Regie |
Josef E.
Köpplinger |
| Choreographie |
Karl Alfred Schreiner |
| Bühne |
Johannes Leiacker |
| Kostüme |
Marie Luise Walek |
| Choreinstudierung |
Günter Wallner |
| Dramaturgie |
Heiko Cullmann |
Cigdem Soyarslan, Aleksandra Zamojska | Kap-Sung Ahn, Daniel Belcher, Ferdinand von Bothmer, Stefan Cerny, Johannes Chum, Marco Di Sapia, Peter Edelmann, Juan Carlos Falcón Leonardo Galeazzi, Willi Jeschofnik, Andriy Maslakov, Daniel Prohaska, Alexander Puhrer, Melih Tepretmez |
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Chor und Extrachor
des Stadttheaters Klagenfurt
Kärntner Sinfonieorchester |
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in französischer Sprache
mit deutschen Dialogen
und deutschen Übertiteln |
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Die Uraufführung von Koukourgi fiel 1792/93 der revolutionären Terrorherrschaft in Paris zum Opfer. Am Abend vor den so genannten Septembermorden musste Cherubini die Komposition mitten im Finale abbrechen. Die unvollendete Partitur galt lange als verschollen und wurde erst vor wenigen Jahren in Krakau gefunden. Der Musikwissenschaftler Heiko Cullmann, Chefdramaturg am Stadttheater Klagenfurt, konnte das Manuskript in einer neuen Einrichtung für die Bühne der Öffentlichkeit zugänglich machen. Somit können wir in unserem Jubiläumsjahr auch den 250. Geburtstag des großen Erneuerers der französischen Oper, Luigi Cherubini, mit der Aufführung seiner bislang unveröffentlichten komischen Oper begehen.
Cherubini ist, denkt man an seine tragische Oper Medea, als Seismograph der verletzten Seelen bekannt. Mit Koukourgi aber schuf er eine Musik voll Witz und Esprit. In einer Zeit die wenig Vergnügliches bot, verfasste er eine federleichte Partitur von nahe zu unerschöpflichem Formenreichtum. Das Libretto vermischt humorvoll Ironie, Märchenhaftes und Historisches, private Sehnsüchte und politische Utopien. Der originelle Name des Feldherren Koukourgi leitet sich laut Arnold Jacobshagen wahrscheinlich von courge = Kürbis ab und verweist auf ein provenzalisches Sprichwort: „À la descente, les courges y vont toutes seules.“ (Hinab rollt der Kürbis von ganz allein.)*
Die Handlung spielt in China in sagenhafter Zeit. Als der Edle Fohi von der Liebe zwischen seinem Ziehsohn Amazan und seiner leiblichen Tochter Zulma erfährt, verstößt er ihn. Fohis Schloss wird von feindlichen Tartaren eingenommen. Zulma gelingt die Flucht in das Heerlager des ängstlichen Feldherrn Koukourgi. Ausgerechnet ihn bittet sie, ihren Vater zu befreien. Koukourgi setzt Amazan an die Spitze seiner Truppen. Dank der Tapferkeit Amazans wird die Schlacht gewonnen und Fohi befreit. Doch die Hand Zulmas erhält nicht er, sondern der jämmerliche Feigling Koukourgi, der alle Kämpfe verschlafen hat. Verzweifelt stürzt sich Amazan in eine neue Schlacht gegen die Tartaren…
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*Arnold Jacobshagen, „Luigi Cherubinis Opernfragmente aus der Zeit der Französischen Revolution“, in: Das Fragment im (Musik-)Theater: Zufall und/oder Notwendigkeit? (Vorträge und Gespräche des Salzburger Symposions 2002), hg. v. Peter Csobádi, Gernot Gruber, Jürgen Kühnel; Salzburg: Wissenschaftlicher Verlag Müller-Speisel, 2005, S. 289–302 (insbesondere S. 294f.).
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Hochgeehrter Herr!
Mit großem Vergnügen ergreife ich die Gelegenheit, Ihnen schriftlich zu nahen; im Geiste bin ich es oft genug, indem ich Ihre Werke über alle anderen theatralischen schätze. Nur muß die schöne Kunstwelt bedauern, daß seit einiger Zeit, wenigstens in unserem Deutschland, kein neues großes theatralisches Werk von Ihnen erschienen ist; so hoch Ihre anderen Werke von wahren Kennern geschätzt werden, so ist es doch ein wahrer Verlust für die Kunst, kein neues Produkt Ihres großen Geistes noch für das Theater zu besitzen. Wahre Kunst bleibt unvergänglich, und der wahre Künstler hat inniges Vergnügen an wahren und großen Genieprodukten, und so bin ich auch entzückt, sooft ich ein neues Werk von Ihnen vernehme und nehme Anteil daran als an meinen eigenen Werken. Kurz, ich ehre und liebe Sie. […]
Ludwig van Beethoven an Luigi Cherubini (15. März 1823) |
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