| Regie |
Sibylle Broll-Pape |
| Bühne und Kostüme |
Rainer Sinell |
| Dramaturgie |
Sylvia Brandl |
Sophie Aujesky, Zeynep Buyrac,
Cornelia Köndgen, Diana Marie Müller, Angelika Sedlmeier, Isabella Szendzielorz | Jan Nikolaus Cerha, Emanuel Fellmer, Aron Keleta, Joseph Lorenz, Roman Schmelzer, Adolphos Sowah, Heiner Stadelmann u. a. |
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„Die Reinigung einer gefährlichen Leidenschaft durch vehemente Befreiung.“
So definiert Aristoteles die Tragödie, und ich glaube nicht, dass ich eine bessere Zusammenfassung des Stückes […] geben kann.
Julien Green
Süden (uraufgeführt 1953 in Paris) spielt wenige Stunden vor Beginn des Sezessionskrieges. Der Kanonenschuss am Ende kündigt die Eröffnung der Feindseligkeiten zwischen den Nord- und Südstaaten am frühen Morgen des 12. April 1861 an. In dem Südstaaten-Opus geht es im Schatten der politischen Situation um Gefühle, um die Liebe als existentielle Erfahrung, die einen trifft, wie ein Schlag ins Gesicht. Kriegsangst und die Suche nach dem rechten Weg zu Gott, Sklavenhaltung, Humanität und erotische Sehnsucht, deren Nichterfüllung als belastende Schwüle auf die Gemüter drückt: all diese Motive lässt Green aufleuchten und umkreist wie Tschechow die tödliche Kraft uneingestandener Gefühle und Lebenslügen.
Der Nordstaaten-Leutnant Ian Wiczewski gerät in einen Katarakt der Gefühle, als er im Haus des Plantagenbesitzers Broderick dem jungen Südstaatler Eric Mac Clure begegnet. Wiczewski fühlt sich vom ersten Moment an sexuell zu Mac Clure hingezogen. In panischer Angst versucht er, seinen Gefühlen zu entkommen, indem er sich Angelina, der Tochter des Hauses zuwendet. Doch will ihm niemand im Haus, am wenigsten er selbst, diese plötzliche Liebe zu dem jungen Mädchen, das ebenfalls für Mac Clure schwärmt, glauben. Wiczewski ist unfähig, seine Gefühle zu dem jungen Mann zu artikulieren und verstrickt sich in immer neue Scheinmanöver, die ihn schließlich in ein Duell mit dem heimlich Begehrten treiben. Der Zweikampf unter dem Vorwand politischer Auseinandersetzungen endet für den Leutnant tödlich…
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Können Sie sich einen Mann vorstellen, der so wenig Mut hat, daß er seine Liebe nicht gestehen kann? Daß er vor dem Menschen steht, den er liebt, und ihm nicht sagen kann: Ich liebe Sie? Süden ist mein erstes Theaterstück. Ich habe meine Jugend hineingelegt, zu einem Zeitpunkt, als sie sich bereits langsam von mir entfernte. Jede Person stirbt an der Einsamkeit.
Julien Green
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