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KRONE
Ganze Kerle in heißen Höschen |
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ORF
Österreich-Premiere am Stadttheater |
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| Fotos © 2009 Stadttheater Klagenfurt / H.Bauer |
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| Irina Lino, Krone |
Wenn harte Jungs zu schrillen Glamour-Girls mutieren
Ganze Kerle in heißen Höschen
Männer in Strapsen? Nicht mein Fall. Da bin ich nun mal altmodisch. Wenn freilich harte Jungs die Frau rauslassen, sieht die Sache anders aus. Klingt wenig überzeugend? Machen Sie sich selbst ein Bild. Doch zuerst schmeißen Sie intellektuelle Ansprüche über Bord und Rollenklischees gleich hinterher. Dann sind Sie reif für "Ganze Kerle" in heißen Höschen.
Wir sind uns doch einig? Es muss nicht immer so ernst sein. Auch nicht in einem seriösen Musentempel. Gehen wir einen Schritt weiter. Sie können sich auch mit einem naiven "Sozialmärchen" anfreunden, wenn die Schauspieler hervorragend sind? Dann haben Sie sich zur Premiere am Donnerstag wahrscheinlich auch den Bauch vor Lachen gehalten.
Und das liegt sicher nicht an der Handlung, die so daherkommt:
"Ganze Kerle" vom Kurierdienst machen sich für ein krankes Mädchen stark und als Drag Queens großes Geld für den guten Zweck.
Regisseur Matthias Freihof, der das Stück der Kanadierin Kerry Renard für den deutschen Sprachraum adaptiert und für die österreichische Erstaufführung in Klagenfurt neu bearbeitet hat, lässt es klischeehaft, aber liebenswert auf der Bühne menscheln. Und "seine" ganzen Kerle hemmungslos das Frausein proben. Doch bis aus den Jungs in schnöder Arbeitermontur schrille Paradiesvögel (Bühne, Kostüme: Folker Ansorge) werden, braucht es Zeit. Und die zieht sich vor allem zu Beginn und bis zum Probenbeginn der Glamour-Girls. Dafür kommt man dann umso lachtränentreibender auf seine Kosten.
Wenn Livio Cecini als verhätscheltes Muttersöhnchen mit wachsender Begeisterung BHs bändigt; Christian Kainradl als enthemmter "Macho" zum Hardcore-Schlager-Sternchen mutiert; Erwin Windegger als "Tootsi"-Verschnitt und heißer Feger gleichermaßen brilliert, und Dennis Čubić die Strapse am besten gar nicht mehr auszieht und nicht nur als Amy Winehouse sofort eine zweite Karriere starten könnte:
Fazit: Leichte Unterhaltung auf hohem Niveau. |
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| Helga Suppan, ORF |
Österreich-Premiere am Stadttheater
Am Donnerstag hob sich am Stadttheater Klagenfurt der Premierenvorhang für die österreichische Erstaufführung der Komödie "Ganze Kerle" der kanadischen Autorin Kerry Renard.
Kein Zeigefinger-Theater
Es geht um eine Wohltätigkeitsidee, aus der eine Travestieshow wird. Ins Deutsche übertragen und für europäische Verhältnisse adaptiert hat das Lustspiel der Berliner Regisseur Matthias Freihof.
"Der Reiz der Geschichte ist auch die Beobachtung der sympathischen Boten auf ihrer Reise hin zur Show. Man soll Figuren sehen, die berühren und unterhalten. Ich mag Zeigefinger-Theater nicht so sehr", erklärte Regisseur Freihof.
Bazar wird zur Travestieshow
Ein Zeitungsartikel über ausverkaufte Gastspiele einer Pariser Travestie-Show bringt vier Arbeitskollegen eines krisengeschüttelten Kurierdienstes auf die Idee ihrem Filialleiter zu helfen. Dessen Tochter liegt nach einem Unfall im Wachkoma, Einzige Hoffnung für das Kind bleibt eine kostspielige Delphin-Therapie.
Die vier Paketboten haben mit Travestie zunächst gar nichts am Hut, bei ihren geheimen Proben bekommen sie jedoch unerwartete Unterstützung von einer rätselhaften Nachbarin und schon bei ihren ersten Gehversuchen in Stöckelschuhen offenbaren sich ihnen ganz ungeahnte Fähigkeiten.
Nach einigen Zwischenfällen und Überzeugungsarbeit beim Chef kann die Show in der Lagerhalle beginnen. Und: Die Magie der Travestie funktioniert - auch als Ladies erweisen sich die vier Boten als "Ganze Kerle."
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