| Musikalische Leitung |
Michael Brandstätter |
| Regie |
Josef E. Köpplinger |
| Bühne |
Johannes Leiacker |
| Kostüme |
Marie-Luise Walek |
| Choreinstudierung |
Günter Wallner |
| Dramaturgie |
Heiko Cullmann |
Anna Agathonos, Alexandra Reinprecht, Sylvia Rieser | Derrick Ballard, Krzysztof Borysiewicz, Johannes Chum, Juan Carlos Falcón, Anton Graner, Hans Gröning, Ks. Peter Wimberger |
| |
Chor, Extrachor und Kinderchor
des Stadttheaters Klagenfurt
Kärntner Sinfonieorchester |
| |
Eine Kooperation mit
der Volksoper Wien |
|
|
Wilhelm Kienzls Der Evangelimann, uraufgeführt 1895 in Berlin, erwies sich als einer der größten Musiktheatererfolge der Jahrhundertwende. In den folgenden vier Jahrzehnten wurde die Oper in 16 Sprachen übersetzt und brachte es weltweit auf über 5300 Vorstellungen. Die packende Geschichte um einen Justizirrtum, die angeblich auf eine wahre Begebenheit zurückgeht, bezog der Komponist aus dem Buch Aus den Papieren eines Polizeikommissärs von Leopold Florian Meißner.
Mathias Freudhofer, Schullehrer im niederösterreichischen St. Othmar, wird gezwungen, auf seine Liebe zu Martha zu verzichten. Sein Bruder Johannes, der Martha ebenfalls liebt, legt aus Eifersucht ein Feuer, als dessen vermeintlicher Brandstifter Mathias zu 20 Jahren Kerker verurteilt wird. Aus Verzweiflung ertränkt sich Martha daraufhin in der Donau. Nach Verbüßung der Haftstrafe zieht Mathias als bettelnder „Evangelimann“, der für Almosen Texte aus dem Neuen Testament vorsingt, durch die Hinterhöfe Wiens. Johannes liegt auf dem Sterbebett und bittet, von Schuld und Gewissensqualen zerfressen, den ihm unbekannten Evangelimann zu sich, um zu beichten. Die Brüder erkennen einander und Mathias vergibt dem Sterbenden.
Dankbare Rollen – die Titelfigur wurde einst von Julius Patzak, Anton Dermota oder Rudolf Schock verkörpert –, einprägsame Melodien, die farbige Instrumentation und die fesselnde Handlung machen Der Evangelimann zu einer wahren Volksoper. Josef E. Köpplingers Inszenierung, die auch auf DVD vorliegt, wurde in Wien und Graz von Publikum und Kritik mit großem Beifall aufgenommen: Ihm sei eine „lebendige, psychologisch feingezeichnete Aufführung gelungen“, schwärmte die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Und Der Standard bejubelte einen „Sieg auf allen Linien“. |
Bei Gott, ich halte mich nicht für einen hervor- ragenden Künstler, aber für einen echt und ehrlich empfindenden Menschen, der sein kleines Pferd mit Liebe zu nutzen verstanden hat. […] Soll ich es leugnen, daß es mich beglückt, daß das Lied „Selig sind, die Verfolgung leiden“ nicht nur im Konzert- saal, nein, auch im Hause des Bürgers und Arbeiters heimisch geworden, daß es auch in der Kirche und an den Gräbern der Gefallenen erklungen ist? Wer kann es mir verargen?
Wilhelm Kienzl: Meine Lebenswanderung
|
|