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| Fotos © 2012 Stadttheater Klagenfurt / Helge Bauer |



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(...) Nun hat man im Stadttheater Klagenfurt dieses Werk unter der Regie von Josef E. Köpplinger neu gestaltet. Dabei fällt die treffliche Übereinstimmung von Bühne (Johannes Leiacker), Kostümen (Marie Luise Walek) und Lichtgestaltung (Josef E. Köpplinger) auf. Gerade die mehrfache Einbeziehung der Drehbühne intensiviert das Bühnengeschehen (...) Alexandra Reinprecht mit dramatischen vokalen Anteilen gibt der verzweifelt liebenden Martha Profil. Ein Profil, das auch von der darstellerisch und gesanglich vorzüglichen Anna Agathonos als Magdalena berührend gezeichnet wird. Auch Hans Gröning als baritonaler Darsteller des Johannes läuft gesanglich und darstellerisch im 2. Akt zu hoher Qualität auf (...) Bleibt zu vermerken, dass „Evangelimann“ Johannes Chum als Protagonist des Abends nicht nur eine solide darstellerische Leistung liefert, sonder seinem Tenor mit klangschöner Timbrierung Farbe verleiht (...) |
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Nach erfolgreichen „Aufenthalten“ in Wien und Graz macht jetzt der „Evangelimann“ in der präzisen, lebendigen Inszenierung von Josef E. Köpplinger in Klagenfurt Station. (...) Hans Gröning beeindruckte durchgehend, auch mimisch als unentdeckter Brandstifter Johannes. Klar, dunkel, berührend Anna Agathonos als Magdalena. (...) lebendige Personenführung und kleine, vom Kinderchor (exzellent wie auch die „Großen“ unter Günther Wallner) ausgeführte Nebeneffekte (Schnurspringen, Licht an- und ausknipsen) fügen sich realistisch in die menschliche Katastrophe zwischen Alpen- und Kirchenkitsch. (...) |
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Dem Hausherren Josef. E. Köpplinger gelang als Regisseur ein singuläres szenisches Spannungscrescendo inmitten einer nun plötzlich berührenden Wiener Vorstadt- bzw. Spitalskulisse der Zwischenkriegszeit. (...) Sein vom Tod gezeichneter Nachbar Johannes Freudhofer wird von Hans Gröning als erschütterndes Opfer klinischer Gewissensbisse gezeichnet; dessen Bruder, Evangelimann Matthias, findet nun endlich in Johannes Chum seine ideale Verkörperung: darstellerisch souverän und vokal so farblich schattiert wie von heroisch-fatalistischer Durchschlagskraft überzeugt er mit intonations- sicherem Tenor auf allen Linien.
Nun erklingen auch aus dem Orchestergraben Klangfülle, große Spannungsbögen, lyrische Versenkungen und farbliche Vielfalt, bereits die einleitende Klage um die verlorene Jugend Magdalenas, anrührend vorgetragen von Anna Agathonos, ließ es ahnen, dass sich dieser zweite Teil zu packender szenischer Größe und musikalischer Intensität steigern würde. |
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Nach Wien (Volksoper 2006) und Graz (2007) hat Josef Ernst Köpplinger jetzt das volksnahe, heutzutage kaum nachvollziehbare und gerne "Kitschalarm" auslösende Sentimentalstück an seinem Haus inszeniert. (...) Traditionell, sehr vital, mit ständiger Bewegung der logisch geführten Figuren legt Köpplinger die Regie ziemlich gleich wie bei seinen bisherigen Inszenierungen der Oper an, wobei er die Handlung zirka. 80 Jahre später, um 1900 bzw. im zweiten Akt um 1930, ansiedelt. (...) Der Chor und vor allem der hoch motivierte Kinderchor des Hauses (Einstudierung: Günter Wallner) leisten tadellose Arbeit. |
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(...) dass die Produktion nicht im Populären versumpft, ist der präzisen stimmlichen Überzeugungskraft und Intonationssicherheit des Ensembles, sowie der kitschfreien Inszenierung zu verdanken. |
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