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| Fotos © 2010 Stadttheater Klagenfurt / H.Bauer |














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| Helmut Christian, Kleine Zeitung |
Lustvolle Regentänze
Am Stadttheater Klagenfurt wird das Musical "Singin' in the Rain" als österreichische Erstaufführung tempo- und gagreich in Szene gesetzt.
Es gießt in Strömen. Glücklich verliebt tritt Don Lockwood auf die regennasse Straße. Erst zaghaft, dann immer temperamentvoller beginnt er, den Titelsong zu singen und zu tanzen. Bis er schließlich lustvoll mit Schirm und Charme durch die Regenpfützen patscht, am nassen Gehsteig steppt und innig die Laterne umarmt: Nicht nur mit dieser Soloszene aus "Singin' in the Rain", die Gene Kelly weltberühmt gemacht hat, erinnert Josef Ernst Köpplinger am Stadttheater Klagenfurt an den gleichnamigen Film von MGM aus 1952.
Auch sonst folgt der Intendant bei der österreichischen Erstaufführung dieses Musicals (Musik und Songtexte von Nacio Herb Brown und Arthur Freed) - einer Koproduktion mit dem Grazer Opernhaus, wo das Stück für nächste Saison geplant ist - ziemlich originaltreu der filmischen Vorlage. Er weiß temporeich, effekt- und komikbezogen zu inszenieren, die Geschichte noch mit weiteren Gags zu würzen und die überbordenden Möglichkeiten an Sets und Dekors lustvoll auszunützen. Da wird in den glitzernden und blinkenden, schnell veränderbaren Hollywood-Glamourkulissen von Rolf Langenfass so herrlich geblödelt, dass das Publikum immer wieder zu Lachsalven und Jubel hingerissen wird. Herrlich überzogen wirken auch die im Park neben dem Stadttheater gedrehten Schwarz-Weiß-Filme.
Flotte Dialoge
Es war schlichtweg eine Revolution in Hollywood, als 1927 der erste Tonfilm das Licht der Welt erblickte. Das Publikum war begeistert und verlangte nach mehr. Und so mussten alle Stummfilmstars das Sprechen erlernen, was für manche gar nicht so einfach war. Genau davon handelt "Singin' in the Rain". Denn ein berühmtes Schauspielerpaar muss nun von großen Gebärden auf flotte Dialoge umschalten: Bettina Mönch ist die vom Typ her ideal besetzte Zicke Lina Lamont, die es versteht, urkomisch zu lispeln und zu piepsen. Daniel Prohaska gibt einen wunderbar singenden und steppenden Don Lockwood. Grandios in Gesang, Temperament und Tanz ist der Kärntner Peter Lesiak als Komponist Cosmo Brown, herrlich, wie er sich bei seiner Slapstick-Stuntnummer "Make Them Laugh" verbiegen kann. Die arbeitslose Schauspielerin Kathy Selden, die schließlich als Synchronisationsstimme herhalten muss, singt Nadine Zeintl gefühlvoll. Herausragend aus dem spiel-, tanz- und singfreudigen, englisch singenden und deutsch sprechenden Ensemble: Erwin Windegger als Produzent, Frank Berg als Regisseur und Dagmar Hellberg in verschiedenen Rollen, unter anderem als russisch fluchende Sprachlehrerin.
Die mitreißenden Tanzszenen von Ricarda Regina Ludigkeit sind nahezu eine Kopie der filmischen Vorlage und ergeben eine Symbiose aus ironischer Brechung und übermütigem Elan. Jeff Frohner am Pult bringt ordentlich Schwung in das Kärntner Sinfonieorchester, weiß aber leider bei der Dynamik zu wenig zu differenzieren und lässt zu viele laute Töne zu.
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| Ingeborg Muchitsch , KTZ |
Good old Hollywood lässt grüßen
Stadttheater Klagenfurt: Eine energiegeladene Musicalproduktion von „Singin‘ in the rain“ unter der Regie von Josef E. Köpplinger, Begeisterung.
Mit einem Riesensatz springt Cosmo Brown, der Klagenfurter Peter Lesiak, auf das Klavier, auf dem er gerade noch geklimpert hat, steppt ein paar Schritte in luftiger Höhe, um sich dann kühn auf den Boden zu schwingen, wo er in einem Clinch mit der kopflosen Fetzenpuppe hinter einem Sofa abtaucht und gegen zugemauerte Türen läuft! „Make ‘em laugh“ heißt die klarerweise auch gesungene Slapstick-Tanzeinlage – Lesiaks Kondition ist atemberaubend, das Publikum restlos begeistert! Das ist nur einer der zahllosen Höhepunkte im Musical „Singin‘ in the rain“ in der österreichischen Erstaufführung (nach dem gleichnamigen Film mit Gene Kelly und Debbie Reynolds) am Stadttheater Klagenfurt, einer Kooperation mit der Oper Graz, wo das Stück nächste Saison zu sehen sein wird.
Witzig und nostalgisch
Als Regisseur darüber gewagt hat sich der Intendant höchstselbst: Josef E. Köpplinger hat schon mehrfach gezeigt, dass er es drauf hat, nun bringt er mit seiner neuesten Regiearbeit turbulentes, witziges und charmant nostalgisches, großes Hollywoodkino auf die Bühne – und das Publikum zum lachen! Ricarda Ludigkeit (Choreographie), Heiko Cullmann (Dramaturgie) und vor allem Ausstatter Rolf Langenfass (Bühne und Kostüme) tragen entscheiden dazu bei, dass dem Zuschauer nie fad wird: Unglaublich rasante Szenenwechsel werden mit diversen zwischenvorhängen unterstützt, auf einer riesige Showbühne tummeln sich knallbunte Ziegfeld-Follies-Girls.
Großartiges Ensemble
Großartig die Leistungen des gesamtem Ensembles, die einzelnen Protagonisten sind jeweils eine Klasse für sich: Allen voran der junge Klagenfurter Peter Lesiak als Komödiant Cosmo Brown: Ein Temperamentsbündel! Auch Daniel Prohaska als Stummfilmstar Don Lockwood glänzt als vielseitiger Tänzer, Comedian, Sänger und Womanizer – sein legendäres „Singin in the rain“ singt und steppt er, schirmbewaffnet wie im Film, im strömenden Regen.
Idealbesetzungen
Bettina Mönch ist als exaltierte Filmdiva und blonde Tussi Lina Lamont eine Idealbesetzung mit greller Stimme und unglaublichem, auch komischem, Ausdrucksvermögen. Nadine Zeintl spielt und singt das naive Mädl Kathy Selden wie gewohnt präzise und einfühlsam. Schwungvoll, energisch, manchmal etwas zu laut spielt das KSO unter der Leitung von Jeff Frohen die vielen bekannten Ohrwürmer wie „Good morning“ oder „You are my lucky Star“. Zu Recht begeisterter Applaus! |
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| Irina Lino, Krone |
Regen aus der Nostalgie-Ecke
Zu dumm! Sie ist schön wie eine Göttin und hat die Stimme einer Quietschente. Nein, wir sprechen hier nicht von Verona Pooth, sondern von Lina Lamont. Ihres Zeichens Stummfilmstar und damit aus dem Schneider. Zumindest bis "Der Jazzsänger" die Ära des Tonfilms einläutet, worauf das wasserstoffblonde Gift mit Sprachfehler im Regen steht. Und zur Premiere von "Singin' in the Rain" am Donnerstag im Stadttheater (nicht nur) eine linguistische Glanzleistung aufs Musicalparkett legt.
Josef Ernst Köpplinger liebt ganz offensichtlich Klassiker. Also hält sich der "Hausherr" bei seiner Inszenierung erst gar nicht mit Aktualisierungsversuchen auf, sondern setzt die "Mutter aller Musicalfilme" als detailgetreuen "Film" in Szene.
Das gelingt - sofern man nicht über die Frage stolpert, warum man zweieinhalb Stunden in der Nostalgie-Ecke zubringen sollte - ausgezeichnet. Daniel Prohaska als Stummfilmstar Don Lockwood wickelt sich zwar nicht mit Gene Kellys Leichtigkeit um den Laternenpfahl. Doch spielerisch- und gesanglich braucht er den Vergleich nicht zu scheuen.
Und auch Nadine Zeintl ist als tanzstarke und stimmensichere Kathy Selden ganz auf zuckersüße Liebe eingestellt. Auch wenn sie der Diva den Mann "klaut", die "Königin der Nacht" ist eine andere: Bettina Mönch alias Quietschente Lamont! Eine komödiantische Klasse für sich, die zur ohrwurmgefärbten "musicalischen" Dynamik des KSO unter Jeff Frohner nur einmal aus ihrer stimmlichen "Schräglage" ausbricht und auch gesanglich Klasse aufblitzen lässt.
Womit "Cosmo Brown" Peter Lesiak die stimmige Bühne Rolf Langenfass' betritt: Der junge Klagenfurter spielt als muskel- und stimmbandgestählter Vollblutblödler Prohaska nicht nur einmal an die Wand und personifiziert einfach perfekt Ricarda Regina Ludigkeits choreografische "Linientreue". Fazit: Ein gediegen gemachter, wohlwollend beklatschter "Regenguss" aus der Nostalgie-Ecke. |
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| Bernhard Bayer, derStandard |
Umwerfender Charme
des Schnürlregens
"Singin' in the Rain" in einer schwungvollen Inszenierung von Josef E. Köpplinger am Klagenfurter Stadttheater
Die 1950er-Jahre boten Höhepunkte des Genres "Tanzfilm" . Einen, wenn nicht den Höhepunkt, lieferte Gene Kelly in Singin' in the Rain, als er durch Pfützen hüpfte und Laternen zu Tanzpartnern umfunktionierte! Basierend auf diesem Streifen hat sich die Theaterversion ihren Fixplatz im gängigen Repertoire gesichert; umso erstaunlicher, dass es sich hier um die österreichische Erstaufführung handelt! Und die hat es in sich.
Dass die Handlung, die um die Entstehung des Tonfilms im Jahr 1928 künstlerische Karrieren mitsamt gängiger Intrigen spinnt, keine brennende Aktualität verströmt, gerät in der schwungvollen Inszenierung Josef E. Köpplingers, der auch für die gelungenen Lichteffekte sorgt, keineswegs zum Nachteil: Lässt er doch die Akteure mit atemberaubender Intensität durch das Geschehen eilen. Jede einzelne Szene entwickelt bestechende Dynamik, die vom hervorragenden Ensemble vermittelt wird:
Peter Lesiak gibt einen überzeugenden, ausdrucksstarken Komponisten Cosmo Brown. Daniel Prohaska (Don Lockwood) singt und steppt in beachtlicher Reichweite zum filmischen Original. Bettina Mönch verkörpert eine komische und wandlungsfähige Stummfilmdiva Lina Lamont. Nadine Zeintl wirbelt als Temperamentsbündel Kathy Selden über die Bühne. Rolf Langenfass kleidet die Akteure in opulente und farbenprächtige Outfits vergangener Revueproduktionen und verleiht der Bühne glamouröse Akzente im Stile Hollywoods.
In der Choreografie von Ricarda Regina Ludigkeit liefert ein wahrhaft mitreißendes Ensemble tänzerische Highlights am laufenden Band! Und: Der Dirigent Jeff Frohner führt das Kärntner Sinfonieorchester mit immensem Elan durch die Partitur, so als wären Swing und Riffs dessen ureigenstes Metier! Die Gattung Musical einmal in überaus ansprechender Ausprägung - eine Seltenheit in diesem Genre. |
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