Das Ballhaus als Theater
Die Begründer des modernen Theaters waren die kunstliebenden Höfe der Renaissancefürsten. Das gesamte Theatergeschehen spielte sich zunächst in den Residenzen ab, dann gab es festliche Ballsäle und in den größeren Städten einige Ballhäuser.
Auch Klagenfurt besaß ein solches Ballhaus, über dessen Entstehung und erste Entwicklung die archivarischen Quellen vollkommen schweigen und auch später sehr spärlich fliessen. Es stand nicht ganz, aber ungefähr an der Stelle des jetzigen Theaters. Den letzten archivarischen Forschungen zufolge wurde dieses Ballhaus zwischen 1605 und 1620 erbaut.
Ursprünglich diente das Ballhaus in Klagenfurt nur dem gesellschaftlichen Vergnügen der landständischen Herren im Reigen und Ballspiel. Allmählich und später eben häufiger fanden Gastspiele von italienischen Wandertruppen statt, die auf dem Weg zwischen Venedig und Wien hier haltmachten. Klagenfurt wurde dadurch bald in die österreichische Theatersphäre einbezogen, was seinen Ausdruck darin fand, daß das Ballhaus schrittweise in einen Theaterbau umgewandelt wurde. |
Als eigentliches Geburtsjahr des Stadttheaters Klagenfurt ist jedoch das Jahr 1737 anzunehmen. Damals erfolgte die Umgestaltung des Ballhauses in ein Theater, sodass im Winter 1737/38 die ersten Vorstellungen im renovierten Hause stattfinden konnten.
Dieses älteste Klagenfurter Theater war räumlich sehr beengt, hatte keine Logen, sondern nur drei Galerien und ein verhältnismäßig wenig Plätze umfassendes Parterre.
Überwiegend wurde das Theater anfangs von italienischen Theatergruppen bespielt. Später kamen weitere ausländische Tanzgruppen und schließlich Komödianten aus Wien. Das Theater unterstand den Landständen von Kärnten. Zunächst ausschließlich ein Theater des Adels, wurde das Publikum gegen Ende des 18. Jahrhunderts allmählich durchsetzt von Intellektuellen, Beamten, Militärs und reich geworden Kaufleuten. |