Die Projektpläne der Firma Fellner und Helmer lagen dem Theaterbaukomitee schon sehr bald nach diesem Entschluß zur Einsichtnahme vor. Oberbaurat Helmer war es nicht schwer gefallen, die Pläne zu erstellen, denn er hatte vorher schon 48 Theater gebaut, darunter das Deutsche Volkstheater und Stadttheater in Wien, das Deutsche Landestheater in Prag, das Theater unter den Linden in Berlin, das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg, das Hoftheater in Wiesbaden, das Opernhaus in Graz sowie die Stadttheater in Augsburg, Brünn, Karlsbad, Preßburg, Reichenberg und Zürich. Im übrigen war dieser Entwurf eine fast augengleiche Kopie des zwei Jahre zuvor von ihm in Gießen erbauten Theaters und war dem Stil nach vorerst in leichter "Französischer Renaissance" gehalten.
Nach Klärung der Finanzen durch ein Darlehen der Kärntnerischen Sparkasse an die Gemeinde konnte zur Ausführung geschritten werden. |
Der erste Spatenstich zum Theaterneubau wurde am 21. Oktober 1908 vorgenommen. Durch das milde Herbstwetter begünstig gingen Erdaushub und Aufbau der Grundmauern rasch vonstatten, sodass programmgemäß am 2. Dezember 1908, dem Tage des sechzigjährigen Regierungsjubiläums des Kaisers, in feierlicher Weise die Grundsteinlegung vorgenommen werden konnte. Diese Grundsteinlegung geriet zu einem eindrucksvollen Festakt. Auch weiterhin machte der Bau, bei dem über hundertfünfzig Arbeiter beschäftigt wurden, gute Fortschritte. Ende April 1909 waren das Bühnenhaus und die anschließenden Flügel bereits aus dem Fundament herausgearbeitet und Hand in Hand ging auch die Ausgestaltung des Theatervorplatzes vor sich. Ende September 1909, somit in der knappen Bauzeit von elf Monaten, war der ansehnliche Theaterbau, der durch die eiserne Deckenkonstruktion und die ausgedehnten Eisenbetonbauten für die damalige Zeit noch mancherlei Schwierigkeiten in sich schloss, nicht nur unter Dach gebracht, sondern in der Hauptsache auch fassadiert, sodass nach der Inbetriebsetzung der Heizanlage den ganzen Winter hindurch an der inneren Ausgestaltung des Hauses gearbeitet werden konnte. |