Patrick Schlösser studierte Anglistik, Theaterwissenschaft und Musikwissenschaft. Sein Regiedebüt gab er 1999 mit Messer in Hennen (D. Harrower) (Förderpreis der Stadt Düsseldorf). Von 2000 bis 2002 war er fester Hausregisseur am Schauspielhaus Bochum. Er arbeitete am Deutschen Theater Berlin, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, am Volkstheater Wien und am Schauspielhaus Graz. Er inszenierte u.a. Die Jungfrau von Orleans, Don Carlos (Friedrich Schiller), Anatol, Liebelei (Arthur Schnitzler), Ein Sommernachtstraum (William Shakespeare), Malina (Ingeborg Bachmann). Von der Spielzeit 2010/11 bis 2013/14 war er Oberspielleiter des Schauspiels in Kassel. Hier inzenierte er u.a. Hexenjagd (Arthur Miller), Der Kaufmann von Venedig (W. Shakespeare), Der Marquis von Keith (F. Wedekind), sowie die Uraufführung des documenta-Stücks Im tiefen Tal der Todeskralle (B. von Brauchitsch) . Im Musiktheater inszenierte er Die Entführung aus dem Serail (W. A. Mozart) am Landestheater Linz, Sunset Boulevard am Stadttheater Klagenfurt, L’ Italiana in Algeri (G. Rossini) am Theater Basel und Werther (J. Massenet) an den Vereinigten Bühnen Krefeld/Mönchengladbach, sowie Cosí fan tutte (W.A. Mozart) am Staatstheater Kassel. Am Schauspielhaus Graz inszenierte er die Uraufführung von Le passé (nach dem Film von Asghar Farhadi).

Mit großer Trauer erfährt das Stadttheater Klagenfurt vom frühen Tod des Meisterregisseurs Patrick Schlösser. Er hat unserem Haus und unserem Publikum nicht nur die schönsten Theaterstunden geschenkt, sondern stand uns auch menschlich, als Kollege und Freund, sehr nahe. Wir vermissen ihn sehr. Allein in dieser Spielzeit halten noch die Inszenierungen von Otello und Die Zauberflöte sein Andenken auf unserer Bühne lebendig und auch sein fantastischer Geniestreich mit Sunset Boulevard und die einfühlsame Aufführung von Sechs Tanzstunden in sechs Wochen werden unvergesslich bleiben. Wir wünschen allen, die ihm nahe standen, viel Kraft.