Koproduktion des Stadttheaters Klagenfurt mit den Sommerspielen Perchtoldsdorf

Michael Sturminger inszenierte im Sommer 2017 den Jedermann bei den Salzburger Festspielen neu, nun kehrt er nach seiner Salome-Regie in der Spielzeit 2016/17 an unser Haus zurück: Die Komödie Ernst ist das Leben (Bunbury) rund um die beiden Lebemänner Algernon und Jack kommt in der Fassung von Elfriede Jelinek in hochkarätiger, ausschließlich weiblicher Besetzung auf die Bühne.

Alles gibt es nur doppelt. Die Moral, das Leben und den Sherry. Denn „doppelt hält besser. Hab ich alles ausprobiert“, lässt Algernon wissen. Damit kennt er sich aus, ebenso wie sein Freund Jack. Beide nehmen es mit dem  Ernst des Lebens nicht so genau. Um des Öfteren unentdeckt und unbeschadet der Leichtigkeit eines ausschweifenden Lebens nachgehen und den Pflichten entfliehen zu können, erfindet der eine den jüngeren Bruder Ernst  und der andere einen kränkelnden Freund Bunbury. Doch die Liebe durchkreuzt das Spiel und bringt das lose Identitätengerüst ins Wanken.

Die Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek hat sich Oscar Wildes Meisterwerk angenommen und gnadenlos ausformuliert, was Wilde nur anzudeuten wagte. Sie feuert noch rasantere, grotesk zugespitzte Wortsalven ab und lässt  keine Pointe, aber auch keinen Abgrund aus.

Dauer ca. 2 Stunden, 45 Minuten (inkl. einer Pause)

Fotos: Lalo Jodlbauer