Koproduktion des Stadttheaters Klagenfurt mit den Sommerspielen Perchtoldsdorf

Alles gibt es nur doppelt. Die Moral, das Leben und den Sherry. Denn „doppelt hält besser. Hab ich alles ausprobiert“, lässt Algernon wissen. Damit kennt er sich aus, ebenso wie sein Freund Jack. Beide nehmen es mit dem Ernst des Lebens nicht so genau. Um des Öfteren unentdeckt und unbeschadet der Leichtigkeit eines ausschweifenden Lebens nachgehen und den Pflichten entfliehen zu können, erfindet der eine den jüngeren Bruder Ernst und der andere einen kränkelnden Freund Bunbury. 

Doch die Liebe kreuzt das Spiel und bringt das lose Identitätengerüst ins Wanken. Jack, in der Stadt nur als Ernst bekannt, wird von seiner Angebeteten Gwendolen ausschließlich wegen des Namens geliebt. „Nur ein Ernst ist meiner wert. Das wusste ich schon immer.“ Algernon verlässt die unbequeme Verwandtschaft unter dem Vorwand, seinen armen Freund Bunbury zu pflegen, reist allerdings lieber als Jacks Bruder Ernst aus der Stadt aufs Land. Dort verliebt er sich in dessen Mündel Cecily.  Die junge Frau ist hocherfreut, endlich ihren zukünftigen Gatten kennenzulernen. Denn nach faszinierenden Berichten Jacks hat sie sich schon Wochen zuvor in den vermeintlichen Bruder mit dem bedeutungsvollen Vornamen verliebt – und sich  auch kurzerhand mit ihm verlobt. In seiner Abwesenheit, versteht sich. Während nun beide Männer versuchen, auf dem schnellsten Weg zu dem Namen Ernst zu gelangen, treffen Cecily und Gewendolen aufeinander, beide verlobt mit einem gewissen Ernst Worthing…

Die Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek hat sich Oscar Wildes Meisterwerk angenommen und gnadenlos ausformuliert, was Wilde nur anzudeuten wagte. Sie feuert noch rasantere, grotesk zugespitzte Wortsalven ab und lässt keine Pointe, aber auch  keinen Abgrund aus.