EINTRITT FREI

Die Gesprächsreihe wird in Radio Kärnten live übertragen.

Das Stadttheater Klagenfurt ist nicht nur ein Ort emotionalen Erlebens der Kunst, sondern auch der gesellschaftlichen Debatte. Bei der Erarbeitung der Schauspiel- und Opernproduktionen, in der Vorbereitung der  Inszenierungen und schließlich im Probenprozess diskutieren Regisseure, Bühnen- und Kostümbildner, Dramaturgen und nicht zuletzt die Darsteller, wie die einstudierten historischen Werke Antworten auf tagtäglich  aufgeworfene Fragen des menschlichen Miteinanders geben können. Das betrifft sowohl die ganz private Lebenswelt jedes Einzelnen als auch die öffentliche Realität einer Gesellschaft, in der verschiedenste Interessen  aufeinanderprallen und Konflikte ausgetragen werden.

In jeder einzelnen Aufführung lädt das Stadttheater die Zuschauer ein, sich auf diese Debatte einzulassen und sie zunächst in die Pausenfoyers und schließlich in die Stadt und das Land zu tragen. Um diese Diskussionskultur
zu ergänzen und noch deutlicher „vor den Vorhang“ zu bringen, wird es in der Spielzeit 2018/19 in Kooperation mit dem ORF Landesstudio Kärnten eine Gesprächsreihe geben, in deren Rahmen gesellschaftlich relevante Themen unserer Lebensrealität verhandelt werden sollen. Unter der Moderation von Arnold Mettnitzer werden an vier über die Saison verteilten Terminen jeweils zwei Gäste auf der Bühne des Stadttheaters miteinander ins Gespräch kommen.

 

Generationen
08. Oktober 2018 – 19.30 Uhr

In Shakespeares König Lear werden Fragen des Alterns und des Umganges mit Alter in verschiedener, sehr dramatischer Weise aufgeworfen – sowohl auf politischer als auch auf persönlich-individueller Ebene. Beide Aspekte  sollen an diesem Gesprächsabend beleuchtet werden. Es wird darüber diskutiert, wie politische Generationenwechsel in unserer demokratischen Grundordnung vollzogen werden. Gleichzeitig wird betrachtet, welche  Möglichkeiten sich für jeden Einzelnen bieten, mit dem Abschied von Beruf und früherer Leistungsfähigkeit umzugehen, neue Erfüllung im Alter zu finden und gleichzeitig mit den jüngeren Generationen in Verbindung zu  bleiben.

 

Mensch & Tier
07. November 2018 – 19.30

An diesem Gesprächsabend soll es um den gesellschaftlichen Umgang mit Tieren gehen. Dieser ist einerseits sehr stark von einer positiv konnotierten Beziehung des Menschen zum Tier geprägt: Der Mensch sucht im Haustier  einen Gefährten und gewinnt durch Nutztiere Nahrung und Arbeitskraft. Doch bereits seit einigen Jahren kippt diese fruchtbare Beziehung zwischen Mensch und Tier oft in quälerische Auswüchse und Ausbeutung  beispielsweise in Form von Massentierhaltung, die von Tierschützern harsch kritisiert wird. Über diese diversen Aspekte des historisch gewachsenen Umganges mit Tieren werden ein Jäger und ein Tierschützer diskutieren.

 

Beziehung und Kommunikation
18. Februar 2019 – 19.30 Uhr

In beinahe allen Bühnenwerken der Geschichte geht es um die Möglichkeit und Unmöglichkeit menschlicher Beziehungen, in unserer Spielzeit insbesondere in Rusalka und Vor Sonnenaufgang. Am 18. Februar 2019 soll es  daher um den aktuellen Wandel menschlicher Beziehungs- und Kommunikationsformen gehen. Die Art und Weise, in der Beziehungen eingegangen und geführt werden, hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. Datingplattformen und Smartphones spielen dabei eine herausragende Rolle. Wir werden uns diesem Feld einerseits aus der praktischen Sicht eines Paartherapeuten annähern, andererseits aus wissenschaftlich-soziologischer Perspektive.

 

Recht & Gerechtigkeit
20. Mai 2019 – 19.30 Uhr

In Antigone übertritt die Titelfigur das Verbot des Königs, ihren als Verräter betrachteten Bruder Polyneikes zu bestatten und nimmt dafür in Kauf, selbst zum Tode verurteilt zu werden. In La clemenza di Tito lässt der Kaiser  Gnade vor Recht ergehen und begnadigt Sesto, der an einer Verschwörung gegen ihn beteiligt war. Daher soll es an diesem Abend um die Frage des Umgangs des Individuums mit staatlicher Macht gehen, wenn das persönliche  Gewissen Verstöße gegen Recht und Gerechtigkeit zu gebieten scheint. Dieses Thema soll sowohl aus der praktischen Sicht eines Richters als auch aus der wissenschaftlichen Perspektive eines namhaften Rechtsphilosophen  diskutiert werden.