Home ProduktionLass dich heimgeigen, Vater, oder Den Tod ins Herz mir schreibe
Statt Theater
Premiere: Mi, 29.05.2019
Dernière: Sa, 08.06.2019
Spielstätte

Tonhof Maria Saal

Lass dich heimgeigen, Vater, oder Den Tod ins Herz mir schreibe

von Josef Winkler / Bühnenfassung von Sebastian Schug / Tonhof Maria Saal

Der Tonhof Maria Saal wird wieder zur Spielstätte für das Stadttheater Klagenfurt. Josef Winklers Text wurde 2017 als Auftragswerk des Burgtheaters uraufgeführt, jetzt ist er, in einer neuen Bühnenfassung, erstmals in Kärnten zu sehen.

Erst vor wenigen Jahren hat Josef Winkler erfahren, dass sein Kärntner Landsmann Odilo Globocnik, der sich als Leiter der „Aktion Reinhardt“ mit den Worten „Zwei Millionen ham‘ ma erledigt“ des Massenmords an den Juden gerühmt hatte, nach seinem Zyankali-Freitod 1945 auf einem Gemeinschaftsfeld von Winklers Heimatdorf Kamering verscharrt wurde, in den „Sautratten“ – dort, wo Winklers Vater und Großvater ihr Getreide anbauten und ernteten.

„Lieber Vater! Böser Vater! Warum hast du geschwiegen, warum hast du es wohl verschwiegen … ?“ Mit einer Anklage hebt der wort- und bildgewaltige Text des Büchner-Preisträgers Josef Winkler an. Die Tragödie einer Familie wird ausgegraben und freigelegt, aber auch die schuldbeladene Geschichte eines Landes.

Fotos (c) Karlheinz Fessl

Statt Theater
Premiere: Mi, 29.05.2019
Dernière: Sa, 08.06.2019
Spielstätte

Tonhof Maria Saal

Pressestimmen

Kleine Zeitung

Poetisches Menetekel im Stadel

Mit Witz, Poesie und Körpereinsatz lässt Regisseur Sebastian Schug am Tonhof in Maria Saal Josef Winklers Leichen auferstehen. Ein bildstarker und sinnlicher Theaterabend.

(…) Sinnliche Bilder haben Regisseur Sebastian Schug und Bühnenbildner Thomas Stingl für die Kärntner Erstaufführung von Josef Winklers „Lass dich heimgeigen, Vater, oder Den Tod ins Herz mir schreibe“ gefunden. (…) Mit vollem Körpereinsatz bestreitet Nicolaas van Diepen den Abend zwischen schrillem Humor und kaltem Grauen, wirbelt über die Bühne, beschmiert sich mit Blut, vewandelt sich vom heischenden Kind zum anklagenden Sohn, der am Schweigen des Vaters fast verzweifelt. Neben dem großartig hyperaktiven Hauptdarsteller beeindrucken Klaus Huhle als stumpfer, böser „Alter“ und Martina Spitzer als „Frau“ zwischen unterdrückter Wut und Fürsorge. (…) Die Textzusammenstellung umfasst – anders als in der Burgtheater-Version – auch die Geschichte der ukrainischen Zwangsarbeiterin Njetotschka, über die Winkler bereits ein Buch geschrieben hatte. Ergänzt wurde der Text mit Ausschnitten aus der Rede des Büchnerpreisträgers zum 500-Jahr-Jubiläum Klagenfurts, in der er forderte, die Urne Jörg Haiders in eine Gefängniszelle zu verlegen. Mit Hinweisen auf Mexiko und Indien wird das Bühnengeschehen zusätzlich mit der Biografie Josef Winklers verwoben. Doch nicht nur um die persönliche Kindheitsbewältigung geht es dem Autor hier. Die Geschichte rund um Globocnik gräbt er aus der Vergangenheit, um sie als zeitlos mahnendes Menetekel in den Raum zu stellen.

Kronen Zeitung

Abgesang für eine Auferstehung

(…) Sein 2017 im Burgtheater uraufgeführtes Stück erfährt im Tonhofstadel eine vielschichtige, fleischlich-existenzielle Relevanz, die das Premierenpublikum Mittwoch in staccatoartigem Litanei-Erguss zu begeistertem Applaus treibt.

(…) Sebastian Schug lässt sich ein auf das Winklersche Universum und nutzt in dynamischer Regiewucht Körperlichkeit sowie Spielfreude von drei Dämonenträgern voll und gekonnt aus. Nicolaas van Diepen als junger Winkler meistert in überwältigendem Tempo mit pistolengeleitetem Hinfallen und immer wieder aufstehender Energie eindrucksvoll das massive Textkonvolut. (…)

Termine & Karten

Keine Termine vorhanden.