Home ProduktionA Midsummer Night´s Dream
Bühne
Premiere: Do, 29.10.2015
Dernière: Fr, 27.11.2015

A Midsummer Night´s Dream

Oper in drei Akten von Benjamin Britten / Libretto von Benjamin Britten und Peter Pears nach William Shakespeare / In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

„Seid ihr denn sicher, dass wir wach sind?“ fragt Lysander am Ende einer ereignisreichen Nacht. Eine Antwort darauf kann ihm niemand geben. Einem glücklichen Ende für die vier Liebenden steht nun dennoch nichts mehr im Weg: Hermia und Lysander haben zueinander gefunden und Helena und Demetrius sind inzwischen ein Paar geworden – dank einer Zauberei in der letzten Nacht. Puck ist in Oberons Auftrag mit einer Zauberblume unterwegs und schon bald werden alle Beziehungen in Frage gestellt. Benjamin Britten schuf 1960 seine Opernadaption von William Shakespeares Ein Sommernachtstraum. Durch seine differenzierte und farbenreiche Instrumentierung gelang es ihm, die verschiedenen Sphären des Stückes – Handwerker, Liebende und Feen – treffend zu charakterisieren. Besonders die Zauberwelt der Feen besticht durch ihre musikalische Transparenz, die Verwendung von Vibraphon und Celesta, sowie den Rückgriff auf barocke musikalische Traditionen. Chefdirigent Alexander Soddy übernimmt die musikalische Leitung, Regie führt Immo Karaman, der in Klagenfurt zuletzt Die Liebe zu den drei Orangen auf die Bühne brachte. Die Rolle des Oberon übernimmt Countertenor Yosemeh Adjei, Elsa Benoit ist als Tytania zusehen und Laura Tatulescu als Helena. Mit ihnen auf der Bühne stehen die jungen Choristen der Singschule Carinthia. Dauer ca. 3 Stunden (inkl. einer Pause von 20 Minuten) FOTOS VON DER PREMIEREN-FEIER auf mein-klagenfurt.at

Der Elfenkönig im Interview

ADJEI_Yosemeh Yosemeh Adjei steht ab 29. Oktober als Elfenkönig „Oberon“ in der Oper A Midsummer Night´s Dream auf der Bühne des Stadttheaters – drei Fragen an den Countertenor: – Sie arbeiten nun nach Death in Venice zum zweiten Mal mit Immo Karaman zusammen – was ist das Besondere an dieser Inszenierung von A Midsummer Night´s Dream? Immo Karaman und sein Choreograph Fabian Posca haben ein unglaubliches Auge für die einzelnen Elemente einer Geschichte. Er weiß, was eine Geschichte „rund“ macht – am Ende ist alles wie aus einem Guss. Für mich als Sänger ist alles klar und es fällt leicht, sich einzufügen. Wir haben quasi eine „Verbundenheit im Geiste“. – Als Countertenor sind Sie vor allem auf die Musik des Barock spezialisiert – was bedeutet es für Sie als Countertenor in einer Oper des 20. Jahrhunderts aufzutreten? Es ist wahnsinnig schön, abwechslungsreiche Arbeit zu machen. Der Kontrapunkt, den Britten zur Barockmusik setzt, ist ein Segen – Britten ist sozusagen eine „Frischzellenkur“ für mich. Ich singe zwar auch moderne Musik, aber Belcanto zu singen ist etwas Wunderbares. Benjamin Britten hat die Partie des Oberon mit Alfred Deller, einem großartigen Countertenor seiner Zeit, erarbeitet. Oberon ist eine „Zucker-Rolle“, wirklich sehr angenehm zu singen. Die nicht reale Welt der Elfen ist als Gegenpol zur realen Welt natürlich auch im barocken Gestus verhaftet. – Wie werden Sie die Rolle des Elfenkönigs „Oberon“ gestalten? Der Klagenfurter Oberon hat viele Ambivalenzen, mit denen er sich auseinandersetzen muss. Es gibt am Schluss nicht Friede, Freude, Eierkuchen. Man muss sich vorstellen, dass Oberon und Tytania schon ein paar hundert Jahre alt sind und dementsprechend lange verheiratet. Es hat sich wohl jeder Streit schon x-Mal wiederholt, man möchte da rauskommen – spielt aber auch vielleicht damit. Verschiedene Situationen fordern Oberon heraus, sich so zu verhalten, wie er es eigentlich gar nicht will. Diesen Widerspruch bedauert er. Am Ende findet das Elfenpaar nicht im Sinne einer romantischen Liebe zueinander, sondern es wird sich seiner Liebe und Verbundenheit auf rationaler Ebene bewusst.   Szenenfotos (c) Karlheinz Fessl
Bühne
Premiere: Do, 29.10.2015
Dernière: Fr, 27.11.2015

Podcast Einführung

Pressestimmen

Kleine Zeitung

KOMIK UND MYSTIK IM SPUKSCHLOSS
Eine fein entrückte Traumwelt: erfolgreiche Premiere von Benjamin Brittens selten aufgeführter Oper „A Midsummer Night´s Dream“ am Stadttheater. Aparte, zauberhafte Klänge mit Harfe, Celesta und delikaten Streicherglissandi erklingen für die Elfenwelt. Mit teils glühender Liebesmusik sind die Szenen der Athener ausgestattet. Bei den Theater spielenden Handwerkern greift er zur derben Parodie: So meisterhaft trennt Benjamin Britten die drei Welten, die in seiner Oper „A Midsummer Night´s Dream“ (nach Shakespeares „Sommernachtstraum“) zusammenstoßen. Und genau so hört man sie auch im Kärntner Sinfonieorchester unter dem souveränen Alexander Soddy: Besonders die somnambule Traumwelt ist voll von wunderbar durchsichtigen, fein entrückten, durchsponnenen Klanggeweben. Kongenial dazu erlebt man am Stadttheater Klagenfurt eine mystische, teil spukhafte Inszenierung von Immo Karaman, der am Haus schon Prokofjews „Liebe zu den drei Orangen“ in Szene gesetzt hat. […] Die ausgefeilte Personenregie besticht durch ungemeine Lebendigkeit und fantasievollen Ideenreichtum […]. Zu dieser Vitalität trägt auch ein ausnehmend spielfreudiges Ensemble bei: Gregor Kohlhofer ist ein quirliger Puck mit hochgekämmten, roten Haaren, eine Mischung aus Lausbub und Punker […]. Die Liebespaare, die Puck durch die falsche Anwendung des Zaubersaftes gehörtig durcheinanderwirbelt, sind mit einem stimmgewaltigen, sehr virilen Nikos Kotenidis (Demetrius), einer stimmschönen Anna Pennisi (Hermia), einem höhensicheren Robin Tritschler (Lysander) und einer herrlich phrasierenden Laura Tatulescu (Helena) ideal besetzt. Yosemeh Adjei gefällt als Elfenkönig Oberon mit einem ausgezeichneten, subtilen Countertenor und Elsa Benoit als Titania mit glockenreinem, leichtfüßigem und sinnlichem Gesang. Nicholas Crawley ist ein stimmgewaltiger Bottom (der Weber Zettel) und Alexander Sprague ein flötender Flute. Aber auch die übrigen Handwerker wie Grga Peroš, Sion Goronwy und Michael Schober sind untadelig und komisch. […] Großartig singen – auch solistisch – die jungen Choristen der Singschule Carinthia (Einstudierung: Apostolos Kallos) als Elfen, die sich toll wie Puppen bewegen. Riesiger Applaus!

Kronen Zeitung

STADTTHEATER ALS GEISTERHAUS
In der vergangenen Saison überzeugten sie in Klagenfurt mit Prokofjews „Die Liebe zu den drei Orangen“. Nun legten Regisseur Immo Karaman und Choreograf Fabian Posca im Stadttheater noch eins drauf: Benjamin Brittens „A Midsummer Night´s Dream“ ist ein wahrer Augenschmaus, der unter Noch-KSO-Chef Alexander Soddy auch zum großen Hörerlebnis wird. […] Subtil ließ der Maestro das glänzend disponierte Kärntner Sinfonieorchester die expressiven, sehr unterschiedlichen Klangkonstellationen durchspielen und die gut besetzten, anspruchsvollen Gesangspartien funkeln. Poscas Choreografie, die sich mit der Regie als graziös-dynamisches Präzisionswerk präsentiert, verlangt den Interpreten auch körperlich einiges ab: Ein Erlebnis dieser „Puck“ Gregor Kohlhofer, wenn er tobt, kugelt, springt, singt … Köstlich, mit starkem Sopran, „Tytania“ Elsa Benoit […] wenn sie „Bottom“ (toller Bass: Nicholas Crawley) als Esel liebt. Ästhetisches Raffinement, Kraft und Präsenz bringt Countertenor Yosemeh Adjei als Oberon, Temperament das Quartett Hermia (Anna Pennisi), Helena (Laura Tatulescu), Lysander (Robin Tritschler), Demetrius (Nikos Kotenidis) mit dem übrigen Ensemble auf die Bühne. Diese hat Nicola Reichert treffend als englischen Landhaus-Salon gestaltet, zugleich „Spiel“platz der Handwerker wie „Quince“ (Sion Goronwy) und Geisterhaus für Elfen, Träume und Begierden …

opernfreund.de

[…] Das Stadttheater Klagenfurt hat sich mit seiner Neuproduktion in eine Kette bedeutender Häuser eingereiht – und das durchaus höchst respektabel! Regisseur Immo Karaman hat eine reiche Britten-Erfahrung – und man kennt ihn in Klagenfurt seit 2014 mit einer intellektuell-bunten Inszenierung von Prokofjews „Liebe zu den drei Orangen“. Wie bei Prokofjew arbeitete er wiederum mit dem Choreographen Fabian Posca zusammen – diesmal in der Bühnen- und Kostümausstattung von Nicola Reichert. Die Traumgeschichte ist in das Kaminzimmer eines zu einem Geisterhaus gewordenen englischen Manor House verlegt und spielt offenbar in der Entstehungszeit von Brittens Werk. Hitchcock-Assoziationen werden wach: wallende Vorhänge vor großen offenen Fenstern und Titania ganz in Weiß im Grace-Kelly-Look […]. […] Anna Pennisi mit warmem und ausgeglichenem Mezzo, der sich auch in den Ensembles mühelos behauptet – Nikos Kotenidis mit kräftig auftrumpfendem virilen Bariton. Laura Tatulescu […] war […] eine energische Helena mit sicherer Stimmführung. Neu für Klagenfurt war der irische Tenor Robin Tritschler , der als Lysander eine ideale Besetzung war […]. […] Puck ist eine Artisten- und Sprechrolle – Klagenfurt hatte diese wichtige Partie dem blutjungen Schauspielstudenten Gregor Kohlhofer übertragen, der seine Sache ausgezeichnet machte und auch die wenigen englischen Sätze sehr prägnant artikulierte. Das Sextett der Handwerker wurde vom Engländer Nicholas Crawley als Zettel/Bottom angeführt – und man ist geneigt, ihn als die geschlossenste Gesamtleistung des Abends besonders herauszuheben. Da stimmte einfach stimmlich und darstellerisch alles – mit kernigem Bassbariton, exzellenter Textartikulation und trocken-markantem Humor stellte er eine Figur prallen Lebens auf die Bühne. Dabei half ihm bei der Verwandlung in einen Esel auch noch ein wahrhaft perfektes Kostüm. Zu Recht wurde er am Ende vom Publikum bejubelt.[…] Die Elfengestalten verkörperten in grotesken Puppenkostümen mit klarer und sicherer Stimme Mitglieder der Singschule Carinthia. […]

Termine & Karten

Keine Termine vorhanden.

Besetzung

Musikalische Leitung
Alexander Soddy
Kristiina Poska (07.11.2015)
Regie
Immo Karaman
Bühne und Kostüme
Nicola Reichert
Choreographie
Fabian Posca
Singschule Carinthia Einstudierung
Apostolos Kallos
Dramaturgie
Rebecca Graitl
Oberon
Yosemeh Adjei
Tytania
Elsa Benoit
Puck
Gregor Kohlhofer
Hermia
Anna Pennisi
Helena
Laura Tatulescu
Lysander
Robin Tritschler
Demetrius
Nikos Kotenidis
Bottom
Nicholas Crawley
Peter Quinze
Sion Goronwy
Flute
Alexander Sprague
Snug
Michael Schober
Snout
Thomas Tischler
Starveling
Grga Peroš
Theseus
Kristian Paul
Hippolyta
Christiane Döcker
u.a.
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Singakademie Carinthia
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Kärntner Sinfonieorchester
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Kärntner Sinfonieorchester