Der Krieg um Theben ist zu Ende. Die Brüder Eteokles und Polyneikes haben einander im Kampf um die Stadt getötet. Der neue Herrscher Kreon gewährt Eteokles als Verteidiger Thebens eine ehrenvolle Bestattung. Den Angreifer Polyneikes hingegen lässt er vor den Toren der Stadt unbegraben liegen. Wer ihm die letzte Ruhe gibt, soll mit dem Tod bestraft werden. Dennoch rebelliert Antigone und beerdigt den Bruder.
Kreon sieht durch den Verstoß gegen sein Verbot die Staatsraison gefährdet und fühlt sich durch Antigones Radikalität bedroht. Er lässt sie bei lebendigem Leib einmauern. Doch Antigone ist nicht nur Kreons Nichte, sie ist auch seinem Sohn Hämon als Frau versprochen. Das Unheil ist somit nicht mehr aufzuhalten und wie es der blinde Seher Teiresias prophezeit hat, dreht sich die Spirale der Gewalt weiter …

Antigone gehört neben König Ödipus und Ödipus auf Kolonos zur sogenannten Thebanischen Trilogie. Sophokles’ Tragödie, uraufgeführt um 442 vor Christus, ist heute das am häufigsten gespielte Stück aus der Antike. Die  darin verhandelten Themen bleiben zeitlos  gültig, geht es doch um Selbstbestimmung und Freiheit des Menschen und den Mut, trotz Lebensgefahr für seine Überzeugung einzustehen.

Antigone, eine der faszinierendsten Frauenfiguren der Theaterliteratur, steht seit Jahrtausenden exemplarisch für den Konflikt des Individuums mit dem Staat.

 

NEU! Gemeinsam ins Theater
23. Mai 2019Antigone
Einführung vor der Vorstellung und Gespräch mit Mitarbeitern des Hauses und Theaterbesuchern in der Pause. Treffpunkt 35 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Eingangsfoyer.