Ein Frühlingsabend. Es ist noch hell. Eigentlich wollte Boris mit seiner Geliebten Andrea einen entspannten Abend bei romantischem Dinner verbringen. Doch die Stimmung ist gereizt – er hat sich verplaudert und ihr erzählt,  das Restaurant, auf dessen Parkplatz sie nun streiten, sei eine Empfehlung seiner Frau. Und plötzlich landet beim Ausparken auch noch eine ältere Dame unter seinem Auto. Deren Schwiegertochter, so stellt sich heraus, ist die  beste Freundin von Boris’ Ehefrau und ebenfalls mit ihrem Mann Eric zum Essen in das Restaurant gekommen. Boris steckt in Erklärungsnöten. Denn nun steht seine private Existenz auf dem Spiel, die geschäftliche ist bereits gescheitert. Bei allem Dilemma gilt es auch noch, „bella figura” zu machen.

Die französische Dramatikerin Yasmina Reza feierte bereits mit Stücken wie Kunst und Der Gott des Gemetzels international große Erfolge. Mit scharfem Auge beobachtet sie kleine und große Unzulänglichkeiten im Alltag und  in mehr oder weniger üblichen Beziehungskonstellationen. Scheinbar beiläufig und dennoch gnadenlos fügen sich ihre Figuren verbale Verletzungen zu und entlarven dabei doch bloß ihre eigenen Wünsche, Unsicherheiten und ihre Sehnsucht nach Nähe und Geborgenheit.