So eine Frau hatte man 1875 auf der Opernbühne noch nie gesehen: Carmen, eine temperamentvolle Fabrikarbeiterin, selbstbestimmt und stolz, die ihre Freiheit um jeden Preis verteidigt. Nicht nur die Titelheldin erregte bei der Uraufführung von Bizets letzter Oper Anstoß: Das Milieu der Proletarier und Kleinkriminellen hielt mit Carmen Einzug in das prachtvolle Pariser Opernhaus. Doch die anfängliche Provokation wandelte sich schnell zu Faszination – heute ist Carmen eine der meistgespielten Opern und Carmens Habanera oder das Lied des Toreros Escamillo gehören zu den bekanntesten Melodien der Musikgeschichte.

Die Begegnung mit Carmen stellt das Leben des Soldaten Don José auf den Kopf. Um an ihrer Seite zu sein, gibt er alles auf, was ihm wichtig war: Seine Mutter, seine Jugendfreundin Micaëla und seine Pflichterfüllung. Als Carmen ein Auge auf den Stierkämpfer Escamillo wirft, stellt er sie rasend vor Eifersucht vor eine Entscheidung, die tödlich endet.

Mit Lorenzo Viotti steht ein aufstrebendes junges Talent am Pult: Er gewann den Internationalen Dirigentenwettbewerb von Cadaques 2013, dieses Jahr wurde er mit dem Young Conductors Award (YCA) der Salzburger Festspiele ausgezeichnet. Die Regie übernimmt  „Theaterzauberer“ Cesare Lievi, der an unserem Haus zuletzt die Oper Macbeth und Das Märchen von den wilden Schwänen höchst erfolgreich auf die Bühne brachte. Die Titelpartie singt die Schweizer  Mezzosopranistin Eve-Maud Hubeaux, die bereits an zahlreichen großen Opernhäusern (u.a. La Monnaie, Opéra national du Rhin) und beim Aix-en-Provence Festival gastierte.

Dauer ca. 3 Stunden (inkl. einer Pause von 20 Minuten)

 

Mit dem KELAG PlusClub Gutschein erhalten Sie 20% Ermäßigung für die Vorstellung am 02. Januar 2016 um 19.30 Uhr.

 

 

Stephan Doleschal-Photograher

Lorenzo Viotti gewann 2013 mit 23 Jahren den Internationalen Dirigentenwettbewerb von Cadaques, 2015 wurde er mit dem Young Conductors Award (YCA) der Salzburger Festspiele ausgezeichnet. Ab 12. Dezember steht der in Lausanne geborene Dirigent in der Oper Carmen am Pult des Kärntner Sinfonieorchesters.

Die Melodien aus „Carmen“ sind weltberühmt geworden – was ist das Erfolgsrezept dieser Musik? Warum reißt sie uns mit?

Ich denke, das ist wie in der Pop-Musik: Es gibt Melodien, die harmonisch und einfach sind, aber sehr viel Kraft haben und sich gut einprägen – so wie die Musik in Carmen. Auch die zentralen Themen Liebe, Eifersucht, Drama, Leidenschaft und Freiheit beschäftigen uns natürlich alle. Die Menschen konnten und können sich damit gut identifizieren.

„Carmen“ ist lateinisch und bedeutet „Lied“ oder auch „Zauberspruch“. In Bizets Oper verführt Carmen auch mit ihrem Gesang. Wie macht sie das?

Carmen ist eine sehr schwierige, fordernde Rolle mit einem großen Stimmumfang. Der Text von Carmen hingegen hat – so finde ich – ohne Musik keinen Effekt. Der Gesang ist sehr wichtig, die Intonation muss stimmen. Die Rolle verlangt Spielvermögen und Gesangstechnik. Es gibt viele schnelle Staccato-Stellen, aber auch sehr tiefe, langsame Melodien, wie das Karten-Terzett. Die Palette an Charakterfarben ist ohne Ende ….

Sie dirigierten bereits zahlreiche namhafte Orchester auf der ganzen Welt, nun sind Sie zum ersten Mal hier in Klagenfurt. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit dem Kärntner Sinfonieorchester?

Ich habe mich sehr früh für diese Oper vorbereitet. Um diesen besonderen Klang von Carmen zu erreichen, braucht es Einfühlungsvermögen von allen Beteiligten. Ich freue mich sehr über diese schöne Zusammenarbeit mit dem Kärntner Sinfonieorchester.

 

Szenenfotos (c) Aljoša Rebolj