Die „Oper aller Opern“ nannte der deutsche Dichter und Komponist E.T.A Hoffmann dieses Werk Mozarts und seines berühmtesten Librettisten da Ponte, das sich eines Archetyps der Weltliteratur annimmt: des unwiderstehlichen, nie  zurückgewiesenen Liebhabers, der am Ende seinem eigenen Hochmut zum Opfer fällt. Doch so bereitwillig, wie Don Giovanni behauptet, geben sich seine Liebhaberinnen nicht immer hin. Zumindest bei der nächtlichen Verführung Donna Annas, die am Beginn der Handlung steht, ist Gewalt im Spiel, wenn auch deren Ausmaß bis zum Ende des Stückes im Unklaren bleibt. In jedem Falle schlägt Anna Alarm und im anschließenden Aufruhr wird Don Giovanni zum Mörder ihres Vaters. Nach einer Reihe burlesker Verwicklungen wird dessen Grabstatue den Wüstling schließlich in die Hölle reißen.

Wie auch in Le nozze di Figaro und Così fan tutte ergänzen sich sprachliche Prägnanz und Witz da Pontes und die psychologisch ausgefeilte Musik Mozarts zu einem geschliffenen Gesamtkunstwerk erster Güte, das alle Dimensionen der  menschlichen Existenz beleuchtet. Die heiteren Aspekte von Don Giovannis Verführungsstreichen, bei denen ihm sein Diener Leporello stets zu treuen Diensten ist, werden ebenso eindrucksvoll dargestellt wie das tiefe Leid der ihn liebenden und  unablässig um ihn und seine Liebe kämpfenden Donna Elvira.