Die „Oper aller Opern“ nannte der deutsche Dichter und Komponist E.T.A Hoffmann dieses Werk Mozarts, das sich eines Archetyps der Weltliteratur annimmt: des unwiderstehlichen, nie zurückgewiesenen Liebhabers, der am Ende seinem eigenen Hochmut zum Opfer fällt. Florentine Klepper, die zuletzt bei den Salzburger Festspielen und an den Opernhäusern in Frankfurt, Bern und Graz inszenierte, bringt Don Giovanni auf die Bühne des Stadttheaters. Die musikalische Leitung übernimmt Giedre Šlekyte. Rodion Pogossov, der u.a. an der Metropolitan Opera gastierte, singt die Titelpartie.

So bereitwillig, wie Don Giovanni behauptet, geben sich seine Liebhaberinnen nicht immer hin – zumindest nicht Donna Anna: Sie schlägt Alarm und im anschließenden Aufruhr wird Don  Giovanni zum Mörder ihres Vaters. Nach einer Reihe burlesker Verwicklungen wird dessen Grabstatue den Wüstling in die Hölle reißen. Die sprachliche Prägnanz und der Witz da Pontes ergänzen sich mit der psychologisch ausgefeilten Musik Mozarts zu einem Gesamtkunstwerk erster Güte, das alle Dimensionen der menschlichen Existenz beleuchtet. Die heiteren Aspekte von  Don Giovannis Verführungsstreichen, bei denen ihm sein Diener Leporello stets zu treuen Diensten ist, werden ebenso eindrucksvoll dargestellt wie das tiefe Leid der ihn liebenden und  unablässig um seine Liebe kämpfenden Donna Elvira.