Als „Walzer in drei Akten“ ist La Traviata mitunter charakterisiert worden. Dem Dreiertakt gewinnt Verdi in seiner berühmtesten Oper das gesamte Spektrum menschlicher Emotionen ab. Der französische Regisseur Richard Brunel kehrt nach dem  überwältigenden Erfolg von Dialogues des Carmélites nach Klagenfurt zurück und inszeniert Verdis Meisterwerk mit Claudia Boyle in der Titelrolle.

Bei der Uraufführung 1853 im venezianischen Opernhaus La Fenice wurde La Traviata vom Publikum kühl aufgenommen. Ein zeitgenössischer Stoff auf der Opernbühne, noch dazu das Lieben und Sterben einer Edelkurtisane, gereichte zum  Zeitpunkt der Erscheinung des Werkes noch zum Skandal. Neu war auch, dass anhand des Leidens der an Tuberkulose erkrankten Titelheldin Themen wie der Widerstreit zwischen bürgerlicher Wohlanständigkeit und dem frivolen Flitterglanz der „High Society“ verhandelt werden.

Dem Widerstand der Zensoren zum Trotz ließ der bis heute anhaltende Siegeszug der „vom Wege Abgekommenen“ – so die wörtliche Übersetzung des Titels – nicht lange auf sich warten. Dies ist nicht nur auf Verdis unmittelbar mitreißende Musik  zurückzuführen, sondern auch auf die Tatsache, dass sich in ihr auch die Höhen und Tiefen der modernen menschlichen Existenz spiegeln.

Dauer ca. 2 h 30 min (inkl. Pause nach dem 1. Bild des 2. Aktes)

 

Fotos: Aljoša Rebolj / Fotos im Bühnenbild: Jean Louis Fernandez