Schostakowitsch, eine der schillerndsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, schuf eine gleichermaßen mitreißende wie wilde Oper. Bereits in Leskows Novelle wird in ungeschminkten Worten vom mörderischen  Treiben Katerina Ismailowas erzählt, die zuerst ihren Schwiegervater und dann – gemeinsam mit ihrem Liebhaber Sergej – ihren Ehemann umbringt. Am Ende wird sie aber selbst von Sergej fallen gelassen. Regie und Bühne  stammen von Immo Karaman, für Choreographie und Kostüme zeichnet Fabian Posca verantwortlich – die beiden brachten in Klagenfurt bereits höchst erfolgreich Die Liebe zu den drei Orangen und A Midsummer Night’s Dream auf die Bühne. Am Pult des KSO steht die estnische Dirigentin Kristiina Poska.

Passend zur Handlung komponiert Schostakowitsch eine Musik, die von Extremen gezeichnet ist: durchsichtiges Kammerspiel steht neben wuchtigen Chören, zerklüftete Partiturabschnitte neben Passagen in strengem Kontrapunkt. Zwischen Groteske und Tragödie erhält Schostakowitschs Katerina eine Dimension, die ihr in Leskows Erzählung abgeht. Umgeben von einem schwachen Ehemann, einem rohen Schwiegervater und  chauvinistischen Arbeitern fristet sie ein trostloses Leben auf einem Bauernhof in der russischen Provinz. Diese zerstörerische Umgebung macht ihr Handeln verständlich, sodass sie nicht nur als grausame Mörderin erscheint, sondern auch als eine nach Selbstverwirklichung strebende junge Frau.

Dauer ca. 3 Stunden (inkl. Pause nach dem 2. Akt)

Fotos (c) Arnold Pöschl