Das Stadttheater Klagenfurt widmet Christine Lavant die erste Schauspielpremiere der Spielzeit 2015/2016. In einer Textmontage von Bernd Liepold-Mosser und Ute Liepold die sich aus Gedichten, biografischen Aufzeichnungen, Briefen und den Prosatexten zusammensetzt, werden die vielen Facetten dieser faszinierenden Vertreterin der österreichischen Nachkriegsliteratur zum Ausdruck gebracht und für unsere Gegenwart neu umgesetzt. Die Band Clara Luzia steuert eigens für das Projekt komponierte Songs bei. 

Die Dichterin Christine Lavant ist mit ihren Gedichten und Prosatexten zu einer Ikone der österreichischen Nachkriegsliteratur geworden. Mit der dunklen Rätselhaftigkeit und poetischen Eindringlichkeit ihrer Sprache und Themen behauptet sie, die bis auf kurze Unterbrechungen ihr gesamtes Leben in ihrem Lavanttaler Geburtsort verbracht hat, eine Sonderstellung. In ihrer Literatur sind persönlichste Erfahrungen in einer magisch-existenziellen Sprache aufgehoben: das karge ländliche Leben, die Anfechtungen durch Not und Krankheit, die Bedrängnisse von Schwermut und Depression und die (enttäuschte) Sehnsucht nach der erfüllten Liebe. Lavant, die sich lange Zeit ihres Lebens mit Stricken den  Lebensunterhalt verdient hat, ist eine faszinierende und schillernde Figur, von einer ungewöhnlichen Aura umgeben, die ihre Zeitgenossen in den Bann schlagen konnte.

Bernd Liepold-Mosser

mit freundlicher Unterstützung von

 

Wir bedanken uns für den Filmausschnitt von Christine Lavant, aufgenommen von Wolfram Egger 1972 in St. Stefan im Lavanttal.

 

Dauer ca. 1 Stunde, 50 Minuten (keine Pause)

Ensemble-Gespräch
Im Anschluss an die Vorstellung von LAVANT! am 13. Oktober 2015 laden wir herzlich zum Ensemble-Gespräch mit den Künstlern der Produktion ins obere Foyer.

 

Begleitender Workshop für Schulklassen „Grenzgängerinnen“
In einem zweistündigen Workshop werden wir spielerisch die Wortwelt von Christine Lavant ergründen. Texte werden in verschiedenen Szenarien und Situationen erarbeitet. Uns interessiert die äußere Lebenssituation der Dichterin, geprägt von Armut und Krankheit, die sie nicht davon abgehalten hat, feinste und gleichzeitig gewaltige Literatur zu erschaffen. Gibt es sogar Parallelen zu Ikonen, die wir aus der Popkultur kennen?
ORT Stadttheater Klagenfurt
ZEIT nach individueller Vereinbarung
KOSTEN in Verbindung mit einem Vorstellungsbesuch gratis
ANMELDUNG Mag. Susanne Peyha, (0463) 55266-227, s.peyha@stadttheater-klagenfurt.at

 

Szenenfotos (c) Karlheinz Fessl