Cio-Cio-San wartet schon seit drei Jahren auf den Tag, an dem ihr Ehemann Pinkerton endlich zu ihr zurückkehrt. Sie ahnt nicht, dass der amerikanische Leutnant in den Staaten längst neu verheiratet ist. Für ihn war die Ehe mit ihr, der jungen Japanerin, nur ein kurzes Vergnügen. Cio-Cio-San glaubt an Pinkertons versprochene Rückkehr: Verarmt und sozial isoliert zieht sie das gemeinsame Kind auf. Als er tatsächlich auftaucht, kommt alles anders: Er ist in Begleitung seiner amerikanischen Frau, um das Kind zu sich zu nehmen. Für Cio-Cio-San bricht die Welt zusammen. Einzig durch Selbstmord meint sie ihre Ehre retten zu können.

Um die Jahrhundertwende erfreuten sich exotische Sujets großer Beliebtheit. Puccini sah David Belascos Drama Madame Butterfly, das auf einer wahren Begebenheit beruhen soll, in London und vertonte nach dieser Vorlage die Tragödie mit Anleihen an japanische Melodien. Zwei Kulturen treffen hier aufeinander und finden doch nicht zusammen. Am Ende geht die Frau als Leidtragende daran zugrunde.

Die musikalische Leitung übernimmt Chefdirigent Alexander Soddy, Regie führt Carlos Wagner, der bereits an Häusern wie dem Gran Teatre del Liceu Barcelona und der Royal Opera Covent Garden London inszenierte. Die Titelpartie singt die armenische Sopranistin Liana Aleksanyan, die u.a. an der Staatsoper Hamburg, der Oper Köln und der Deutschen Oper am Rhein gastierte. Zuletzt sang sie die Partie der Cio-Cio San in Buenos Aires.

Dauer ca. 2 Stunden, 45 Minuten (inkl. einer Pause von 20 Minuten)

Sonntags ins Theater – 14. Februar 2016, 15.00 Uhr
Erwachsene erhalten an diesem Termin 20% Ermäßigung, Kinder und Jugendliche 50% Ermäßigung auf den regulären Kartenpreis.

Mit dem KELAG PlusClub Gutschein erhalten Sie 20% Ermäßigung für die Vorstellung am 12. März 2016 um 19.30 Uhr.

 

Drei Fragen an Carlos Wagner, Regisseur von Madama Butterfly:

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Sie studierten an der Guildhall School of Music and Drama in London und arbeiteten zunächst als Theater- und Filmschauspieler – wie kamen Sie zur Opern-Regie?

Ich wollte eigentlich schon als Kind Regisseur sein. Wenn ich Musik hörte oder ein Buch las, stellte ich mir immer vor, wie ich es bebildern würde. Nach Schulabschluss war es klar für mich, dass ich ins Theater wollte – das Offensichtlichste schien mir, Schauspieler zu werden. Während meiner Schauspielkarriere fragte ich dann einen befreundeten Regisseur, ob ich ihm assistieren dürfte. Die Produktion, die er mir anbot, war Carmen. Ich entdeckte das wunderbare Zusammenspiel von Musik und Wort im Drama… Ich kam also eher durch Zufall in diesen Beruf.

Als Madama Butterfly 1904 uraufgeführt wurde, erfreuten sich exotische Sujets großer Beliebtheit. Was fasziniert uns heute an dieser Oper?

Ich glaube das Interesse am Exotischen ist heute eher ein Problem. Man kann sich z.B. in Carmen, Madama Butterfly, Aida, den Perlenfischern oder Lakmé ziemlich eingeengt fühlen, wenn der Exotismus sehr oberflächlich ist und wenig über die eigentliche Kultur des Landes aussagt. Deshalb suche ich als Regisseur lieber einen psychologischen und/oder einen politischen Inhalt und bediene den Exotismus als Hilfsmittel. Im Falle von Madama Buttefly z.B., um das Aufeinandertreffen zweier völlig unterschiedlicher Kulturen zu verdeutlichen.

Was ist das Besondere an Ihrer Inszenierung in Klagenfurt?  

Jede Inszenierung ist für sich etwas Besonderes. Bei uns jedoch scheint auf den ersten Blick alles so zu sein, wie es in der Geschichte sein soll: Butterfly ist Japanerin und Pinkerton ein amerikanischer Marine-Offizier. Der Kontext aber versucht dem veristischen Inhalt des Stückes einen symbolischen hinzuzufügen: Eine Bühne in der Bühne, die den Traum, die Illusion, Butterflys Liebesvorstellung, einem realen amerikanischen Zuschauerraum gegenüberstellt…

 

 

Szenenfotos (c) Arnold Pöschl