Die Geschichte von der unmöglichen Liebe einer Wassernixe zu einem schönen Prinzen geht auf eine mittelalterliche französische Sage zurück. Sie wurde im 19. Jahrhundert unzählige Male künstlerisch bearbeitet und ist nicht  zuletzt durch die Disney-Verfilmung Arielle, die Meerjungfrau bis heute präsent. Jaroslav Kvapil verlegte in seinem Operntext die Handlung in die slawische Märchenwelt.

1900, im Jahre der Erscheinung von Sigmund Freuds Traumdeutung, schuf der tschechische Komponist Antonín Dvořák mit der Oper Rusalka ein Alterswerk, in dem die Wirrnisse des anbrechenden Jahrhunderts ihre  Schatten vorauswerfen. Rusalkas Märchenwelt bildet die Fassade, hinter der sich abgrundtief die unstillbare Sehnsucht und tragische Vereinsamung des modernen Menschen auftun. Doch Dvořáks rührende lyrische Musik  lässt auf Mitleid und Versöhnung hoffen.