Der Prinz, der von seiner Mutter gedrängt wird, sich eine Braut zu suchen; die junge Prinzessin, die von einem Bösewicht in einen Schwan verwandelt wird; der nur durch die Liebe zu durchbrechende böse Zauber – in Tschaikowskis berühmtestem Ballett werden zahlreiche Märchenmotive der mitteleuropäischen und russischen Literatur aufgegriffen. Die gleichermaßen romantische wie düstere Handlung, die mit dem Tod der Liebenden in den Wassern des Schwanensees endet, wird vom Komponisten in mitreißende Musik gefasst, die die Pracht des königlichen Palastes ebenso eindrucksvoll  entfaltet wie den nächtlichen Glanz des Sees.

Bei der Uraufführung 1877 in Moskau ein mittelmäßiger Erfolg, schaffte Schwanensee den Durchbruch in einer zweiten Fassung, die von Lew Iwanow und Marius Petipa choreographiert und erstmals 1895 in St. Petersburg gegeben wurde. In dieser Version erhält die weiße Schwanenprinzessin Odette eine Gegenspielerin in der Tochter ihres Peinigers Rotbart: Odile, die als schwarzer Schwan verkleidet in Erscheinung tritt.

Inzwischen ist Schwanensee nicht nur regelmäßigen Theaterbesuchern zum Inbegriff des Ballettes schlechthin geworden. In der Produktion des Slowenischen Nationaltheaters Ljubljana kommt es nun in einer von Lynne Charles auf der Basis der St.  Petersburger Choreographie von Iwanow und Petipa erarbeiteten Version auf die Bühne des Stadttheaters.