15.02.2026 – 11.00 Uhr
Do, 26.03.2026
>>Informationen
Die Bezeichnung Eingeborene/r (für: Angehörige/r der ersten, ursprünglichen Bevölkerung eines Gebietes) ist – aufgrund seines kolonialen, exotisierenden Beiklangs – diskriminierend. Der Duden empfiehlt als Alternativen einheimische oder indigene Bevölkerung oder die fachsprachliche Bezeichnung Autochthone. Maria Lazar nutzt den Begriff 1935 bewusst in seiner negativen, abwertenden Konnotation. In der Inszenierung ist an entsprechenden Stellen von Raubtieren die Rede.
Wir bedanken uns für die freundliche Unterstützung bei
Alle Werke Maria Lazars sind in kuratierten Erst- und Neuauflagen im Wiener Verlag »Das vergessene Buch« erhältlich.
Die Eingeborenen von Maria Blut
Schauspiel nach dem Roman von Maria Lazar / Dramatisierung von Martina Gredler
Das idyllische Dorf Maria Blut mit seiner Wallfahrtskapelle liegt ein paar Zugstunden vor Wien. Es sind die 1930er Jahre, Ständestaat und Bürgerkrieg, Dollfuß ist Bundeskanzler, und die Eingeborenen des »österreichischen Lourdes« sind in Unruhe. Die Konservenfabrik schließt, der Chef Schellbach versucht, die Bevölkerung dazu zu bewegen, in sein neues Produkt, die Raumkraft, zu investieren. Viele geben ihr letztes Erspartes dafür. Als sich Schellbach während eines Volksfestes erschießt, entwickelt sich eine ungeheure Dynamik: Die angeblich Schuldigen sind schnell gefunden – und für die wird es brandgefährlich.
Die Wiener Schriftstellerin Maria Lazar gehört zu den hellsichtigsten literarischen Stimmen ihrer Zeit. In kurzen, packenden und sprachlich brillanten Szenen entwirft sie herrlich schräge Figuren, die am Vorabend des Nationalsozialismus zwischen Marienkult, Wunderglauben, Verschwörungstheorien und Nationalismus aufgerieben werden, und macht – wie ihr Zeitgenosse Ödön von Horváth – die Ursprünge des Faschismus im Milieu der Zukurzgekommenen aus.
Für die Regisseurin Martina Gredler ist dies die dritte Arbeit am Stadttheater. Ihre Blicke auf die Flüchtenden in Horváths Figaro und die Ausgegrenzten in Sperrs Jagdszenen, erweitert sie nun um den Fokus auf die antisemitisch Attackierten in Maria Lazars fiktivem Provinzdorf.
Unser Ensemble: die SchauspielerInnen Andrea Eckert, Katarina Hartmann, Julia Mikusch, Margot Mayrhofer, Thomas Frank, Johnny Mhanna und Felix Oitzinger geben Lazars Figuren eine starke Bühnenidentität, die Erzählung selbst ist gerahmt von einem Gedicht Lazars (Die schöne Stadt, 1945) und zwei jiddischen Liedern, die unmittelbar die Shoa reflektieren. Diese im 2. Teil der Aufführung von Andrea Eckert gesungenen Lieder »Vi ahin zol ikh geyn« (Korntayer/ Strock) und »Unter dayn vayse Shter’n« (Brudno/Sutskever) in Bearbeitungen von Vera Mohrs sind vor dem 2. Weltkrieg entstanden und wurden vor allem in den Ghettos (u.a. von Minsk, Warschau, Lublin, Wilna) gesungen. Sie sind deshalb heute mit der Shoah assoziiert.
15.02.2026 – 11.00 Uhr
Do, 26.03.2026
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Die Bezeichnung Eingeborene/r (für: Angehörige/r der ersten, ursprünglichen Bevölkerung eines Gebietes) ist – aufgrund seines kolonialen, exotisierenden Beiklangs – diskriminierend. Der Duden empfiehlt als Alternativen einheimische oder indigene Bevölkerung oder die fachsprachliche Bezeichnung Autochthone. Maria Lazar nutzt den Begriff 1935 bewusst in seiner negativen, abwertenden Konnotation. In der Inszenierung ist an entsprechenden Stellen von Raubtieren die Rede.
Wir bedanken uns für die freundliche Unterstützung bei
Alle Werke Maria Lazars sind in kuratierten Erst- und Neuauflagen im Wiener Verlag »Das vergessene Buch« erhältlich.
