»Jetzt kommen die Rollen von 80-Jährigen auf mich zu«, lacht die 61-jährige Petra Morzé herzhaft. Ab Donnerstag wird sie mit der ein Jahr jüngeren Julia Stemberger am Stadttheater die reizenden, aber mörderischen Schwestern in Arsen und Spitzenhäubchen verkörpern. Und bis Mitte Jänner ist sie auch noch als 80-jährige Mutter in Christian Krachts Zweipersonenstück Eurotrash im Landestheater Linz zu sehen.
Über die Krimikomödie in Klagenfurt, wo sie zuletzt in Jagdszenen aus Niederbayern von Martin Sperr und Noam Brusilovskys Nicht sehen auf der Bühne stand, freut sie sich sehr – nicht zuletzt wegen der guten Atmosphäre und des »tollen Teams im Stadttheater« und weil ihre Partnerin Julia Stemberger ist: »Die Julia und ich haben 1989 bei den Salzburger Festspielen im ‚Mädel aus der Vorstadt‘ gespielt, aber dann nie wieder gemeinsam. Dass wir zwei Schabracken uns jetzt wiedersehen, das finde ich großartig!« Allerdings gibt es eine weitere Verbindung zwischen Stemberger und der Familie Morzé. Denn in Die Entscheidung, dem Filmdebüt von Simon Morzé, dem Sohn der Klagenfurter Schauspielerin, war Julia Stemberger seine Mutter.
Petra Morzé spielt »wahnsinnig gerne Komödien«, auch wenn die Proben sehr anstrengend seien: »Man muss sehr präzise, sehr wach und schnell im Denken sein!« Aber Menschen zum Lachen zu bringen, ist für die ehemalige Burgtheater-Schauspielerin »die Königsdisziplin!« Und zu lachen gibt es viel in der 1941 mit Cary Grant und Peter Lorre verfilmten Screwball-Comedy aus der Feder von Joseph Kesselring: Als der frisch verheiratete, junge Theaterkritiker Mortimer im Haus seiner Tanten Abby und Martha eine Leiche entdeckt, nimmt die aberwitzige Handlung ihren Lauf. Denn Mortimers geisteskranker Bruder Teddy, der glaubt, im Keller den Panama-Kanal auszuheben, beseitigt so regelmäßig die Opfer der beiden entzückenden Tanten. Regisseur Peter Wittenberg, mit dem Petra Morzé am Burgtheater bereits in zwei Produktionen gearbeitet hat, setzt in Klagenfurt diesen pointenreichen Klassiker des schwarzen Humors in Szene.
Leichen im Keller haben es Petra Morzé auch in anderen Genres als dem Theater angetan: »Hercule Poirot ist für mich heilig«, schwärmt sie von Agatha-Christie-Verfilmungen im Fernsehen, und: »Früher hat mich das nie interessiert, aber jetzt lese ich auch mit Begeisterung skandinavische Krimis!«