Carmen
Oper in vier Akten von Georges Bizet / Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy / In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Lorenzo Viotti gewann 2013 mit 23 Jahren den Internationalen Dirigentenwettbewerb von Cadaques, 2015 wurde er mit dem Young Conductors Award (YCA) der Salzburger Festspiele ausgezeichnet. Ab 12. Dezember steht der in Lausanne geborene Dirigent in der Oper Carmen am Pult des Kärntner Sinfonieorchesters.
Die Melodien aus „Carmen“ sind weltberühmt geworden – was ist das Erfolgsrezept dieser Musik? Warum reißt sie uns mit?
Ich denke, das ist wie in der Pop-Musik: Es gibt Melodien, die harmonisch und einfach sind, aber sehr viel Kraft haben und sich gut einprägen – so wie die Musik in Carmen. Auch die zentralen Themen Liebe, Eifersucht, Drama, Leidenschaft und Freiheit beschäftigen uns natürlich alle. Die Menschen konnten und können sich damit gut identifizieren.
„Carmen“ ist lateinisch und bedeutet „Lied“ oder auch „Zauberspruch“. In Bizets Oper verführt Carmen auch mit ihrem Gesang. Wie macht sie das?
Carmen ist eine sehr schwierige, fordernde Rolle mit einem großen Stimmumfang. Der Text von Carmen hingegen hat - so finde ich - ohne Musik keinen Effekt. Der Gesang ist sehr wichtig, die Intonation muss stimmen. Die Rolle verlangt Spielvermögen und Gesangstechnik. Es gibt viele schnelle Staccato-Stellen, aber auch sehr tiefe, langsame Melodien, wie das Karten-Terzett. Die Palette an Charakterfarben ist ohne Ende ….
Sie dirigierten bereits zahlreiche namhafte Orchester auf der ganzen Welt, nun sind Sie zum ersten Mal hier in Klagenfurt. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit dem Kärntner Sinfonieorchester?
Ich habe mich sehr früh für diese Oper vorbereitet. Um diesen besonderen Klang von Carmen zu erreichen, braucht es Einfühlungsvermögen von allen Beteiligten. Ich freue mich sehr über diese schöne Zusammenarbeit mit dem Kärntner Sinfonieorchester.
Szenenfotos (c) Aljoša ReboljPodcast Einführung
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Pressestimmen
[…] viel musikalisches Feuer: Georges Bizets Oper „Carmen“ am Stadttheater Klagenfurt. Mit dem aufstrebenden Lorenzo Viotti am Pult des KSO.
Knisterndes Feuer, glühende Leidenschaft, spannungsvolle und mitreißende Momente aus dem Orchestergraben: Da weiß man, warum Lorenzo Viotti den Young Conductors Award 2015 der Salzburger Festspiele gewonnen hat. Der 25-jährige Schweizer Dirigent vermag bei Georges Bizets „Carmen“ am Stadttheater Klagenfurt (zuletzt 2004 am Haus) all seine musikalischen Vorstellungen umzusetzen: Bei oft extrem zugespitzten Tempi, etwa beim Vorspiel oder beim Schmugglerquintett, erlebt man blühende Melodik, glutvolle Sinnlichkeit und funkelnden Farbenreichtum, bei einem immer ausbalancierten Klangbild und stetiger Rücksichtnahme auf die Sänger. […] Allen voran Elsa Benoit als wunderbare, mädchenhafte und innig phrasierende Micaela. Eve-Maud Hubeaux ist eine schönstimmige und dramatisch fokussierte Carmen, Demos Flemotomos ein viel Schmelz verströmender, höhensicherer Don José. […] Gut ausgewählt sind auch die kleinen Partien: Martin Summer (Zuniga), Nikos Kotenidis (Morales), Ivana Zdravkova (Frasquita), Christiane Döcker (Mercédès), Grga Peros (Dancairo) und Thomas Tischler, der einen urkomischen Remendado abliefert. Der Chor (Einstudierung: Günter Wallner) […] und die spielfreudige Singschule Carinthia (Apostolos Kallos, Krassimir Tassev) singen meist tadellos. […] Großer Jubel!
[…] überantwortet [man] sich der fantastischen Musik, die das leidenschaftliche KSO unter dem jungen Lorenzo Viotti präzise, biegsam und feurig entfacht, wird man belohnt. Von Chor und Extrachor des Hauses sowie Singschule Carinthia unter Günter Wallner, die ein geschlossen starkes Sängerensemble begleiten. Allen voran „Micaela“ Elsa Benoit, die in Marina Luxardos sinnlichen Kostümen mit glasklarem Sopran um ihre verlorene Liebe kämpft. „Carmen“ Eve-Maud Hubeaux ist ein kurviges Vollblutweib mit prächtigem Mezzo […]. „Don José“ Demos Flemotomos liebt, rast und verzweifelt mit schönem Tenor. Bariton Charles Rice ist ein Torero-Macho mit Bravour.
[…] Lorenzo Viotti, ein noch blutjunger gebürtiger Schweizer, lässt als musikalischer Leiter seinem Temperament freien Lauf: Die Ouvertüre prescht los wie ein Stier. Beeindruckend leitet der Dirigent Orchester und Ensemble aber auch durch die großen Crescendi, und ganz lyrisch untermalt er die beiden sehr schön geratenen Szenen Elsa Benoits als Micaëla. Eine Selbstverständlichkeit an diesem Haus, für die man dennoch immer wieder dankbar ist: Die großen Chorszenen gelingen in einer Präzision und Klangkraft, die ihresgleichen sucht.
[…] Der wahre Star dieses Abends war aber wohl der 25-jährige Dirigent Lorenzo Viotti, der im Sommer 2015 bei den Salzburger Festspielen den Young Conductors Award gewonnen hatte. […] Lorenzo Viotti ist es Klagenfurt gelungen, Bizets Musik ungemein spannungs- und farbenreich zu vermitteln. Alles, was man schon so oft in vielfältigen Interpretationen gehört hatte, klang diesmal geradezu neu entdeckt.[…]