Funkensprünge
Gesprächsreihe in Kooperation mit dem ORF Landesstudio Kärnten und dem Carinthischen Sommer / MODERATION Nadja Kayali
nächster Termin: 16. März 2026
Thema:
Ausgrenzung.Ankommen.Miteinander
Herausforderungen und Potentiale in einer pluralistischen Gesellschaft
Moderation: Nadja Kayali, Intendantin Carinthischer Sommer
Gäste u.a.:
Katarina Hartmann, Schauspielerin
Omar Khir Alanam, Autor
Mandana Poureh, Integrationsbeauftragte des Landes Kärnten
Auch in der dritten Ausgabe der in Kooperation von Carinthischem Sommer, Stadttheater Klagenfurt und ORF Kärnten produzierten Gesprächsreihe sprühen die Ideenfunken von der Bühne in den Diskurs. Einer der Anknüpfungspunkte für diese Ausgabe ist die Neuproduktion Die Eingeborenen von Maria Blut nach dem gleichnamigen Roman von Maria Lazar am Stadttheater Klagenfurt. Entstanden im Jahr 1935, beschreibt der Roman das Geschehen in einem fiktiven österreichischen Dorf, dessen Bevölkerung zunehmend zwischen Marienkult, Wunderglauben, Verschwörungstheorien und Nationalismus aufgerieben wird. In der Dorfgesellschaft erstarken Mechanismen der Ausgrenzung – vor allem gegenüber Jüd*innen und politisch »Roten«. Die Regisseurin Martina Gredler projiziert die Geschichte in ihrer Inszenierung in die Jetztzeit, in der vor allem im rechten politischen Spektrum Pläne geschmiedet werden, Geflüchtete und Menschen mit Migrationshintergrund zu »remigrieren«.
Ausgrenzung und Entrechtung bestimmter Gruppen ist so alt wie die menschliche Gesellschaft. Sie kann Minderheiten betreffen wie die Jüd*innen im Nationalsozialismus oder auch Mehrheiten wie die südafrikanischen People of Colour in der Zeit der Apartheid. Alteingesessene Gruppen wie die Kärntner Slowen*innen können ebenso Ziel von Hass und Gewalt werden wie neue Mitglieder einer Gesellschaft, die beispielsweise aufgrund von Krieg und wirtschaftlicher Not aus ihrer Heimat fliehen mussten. Doch zahlreiche Beispiele aus der Geschichte zeigen im Großen wie im Kleinen, dass ein friedliches und wertschätzendes Miteinander möglich ist.
»Miteinander entsteht nur dort, wo Unterschiede gesehen, ausgesprochen und ausgehalten werden«, resümiert der syrisch-österreichische Autor Omar Khir Alanam in einem Text für den Carinthischen Sommer, der im Juli 2026 in der Reihe Morgenkonzerte zu hören sein wird. Khir Alanam verbrachte seine Kindheit in Damaskus, lebt seit 2014 in Österreich und beschäftigt sich in seinen Büchern mit den kulturellen Unterschieden zwischen seiner neuen und seiner alten Heimat. Auch die Schauspielerin Katarina Hartmann, die regelmäßig am Stadttheater Klagenfurt zu erleben ist und in Die Eingeborenen von Maria Blut zwei Dorfbewohnerinnen verkörpert, gehört als Kärntner Slowenin zu einer Gruppe, die nach wie vor mit Ablehnung und institutionellen Repressionen konfrontiert ist.
Gemeinsam mit Moderatorin Nadja Kayali diskutieren unsere Gesprächsgäste die Herausforderungen und Potentiale des Zusammenlebens in einer pluralistischen Gesellschaft und die Möglichkeiten der Kunst, auf Missstände aufmerksam zu machen und fruchtbare Diskurse anzuregen.
Fotos (c) Katarina Hartmann, Richard Griletz, Helge Bauer

