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Bühne
Premiere: Do, 02.11.2017
Dernière: Do, 21.12.2017

Werther

Drame lyrique in vier Akten und fünf Bildern von Jules Massenet / Libretto von Édouard Blau, Paul Milliet und Georges Hartmann nach dem Roman "Die Leiden des jungen Werther" von Johann Wolfgang von Goethe / In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Die Beliebtheit dieser französischen Oper im deutschsprachigen Raum ist nicht nur der Goetheschen Vorlage zu verdanken, sondern vor allem der eindrücklichen Musik Massenets. Lorenzo Viotti steht nach seinem umjubelten Carmen-Dirigat in der Spielzeit 2015/16 wieder am Pult des Kärntner Sinfonieorchesters. Inszeniert wird Werther vom französischen Regisseur Vincent Huguet, die Titelpartie singt der deutsche Tenor Attilio Glaser. Anaïk Morel, von 2008 bis 2010 Ensemblemitglied der Bayerischen Staatsoper, ist als Charlotte zu erleben.

Werther wurde 1892 in deutscher Sprache an der Wiener Staatsoper uraufgeführt und avancierte bald zum beliebtesten Werk Massenets. Das leidenschaftliche Werben des Titelhelden um Charlotte, die sich der Liebeserklärungen mit Verweis auf die ihrem Verlobten Albert geschuldete Treue erwehrt, erhält in vier großen Duetten breiten Raum und bildet den Kern der Handlung.  Dass Charlotte sich in deren Verlauf dazu durchringt, entgegen ihrem bürgerlichen Ideal ehelicher Treue, ihre Liebe zu Werther zu gestehen, macht sie zur eigentlichen Heldin des Stückes.

Dauer ca. 2 Stunden, 45 Minuten (inkl. Pause nach dem 2. Akt)

 

INTERVIEW mit Dirigent Lorenzo Viotti

Fotos (c) Karlheinz Fessl

Bühne
Premiere: Do, 02.11.2017
Dernière: Do, 21.12.2017

Podcast Einführung

Pressestimmen

Wiener Zeitung

(…) Das Ergebnis ist absolut hörenswert: Brillanz bis in die kleineren Partien! Attilio Glaser stattet den Haupthelden mit formschönen, ans Herz gehenden Schmelz- und Schluchzkantilenen aus, Anaik Morels Charlotte übrzeugt durch herrliche Höhen und ein starkes, dunkel glühendes Fundament. Werthers (ob seiner Rolle arg unglücklicher) Widersacher Albert verkörpert durch John Brancy vokal vollendet, dabei emotional eindringlich zerrissen. Hervorragend auch Keri Fuge als Charlottes jüngere Schwester Sophie. (…) Lorenzo Viotti (…) inszeniert ein hochintensives Hörtheater der Affekte – sehr direkt, in jeder Sekunde, jedem Takt absolut präsent (…). Mit expressiver, dabei gänzlich uneitler Schlagtechnik gelingt ihm ein packendes Hör-Spiel (…).”

Kleine Zeitung

Jules Massenets “Werther” am Stadttheater Klagenfurt ist dank Lorenzo Viotti ein musikalisches Ereignis der Extraklasse.

(…) Lorenzo Viotti (…) zeigt einmal mehr sein großes Talent. Bei überwiegend breiten Tempi kostet er die Kantilenen weidlich aus und erzeugt pointiert einen weiten Nuancen- und Farbenreichtum mit verschwenderischem Raffinement und großer Durchsichtigkeit (…). Feinste, extrem ausgereizte Piani aus dem Nichts hört man ebenso wie einen Klangrausch und packende, hochemotionale Ausbrüche. (…) Anaik Morel singt die Charlotte raumfüllend aber auch betörend, mit zärtlichem und innigen Ausdruck. (…) Attilio Glaser singt den verträumten, unglücklich verliebten und depressiven Titelhelden mit viel Schmelz, lyrischer Emphase und absoluter Höhensicherheit. John Brancy ist ein nobeltimbrierter Albert mit warm leuchtendem Material. Keri Fuge singt eine reizende, mädchenhafte Sophie. Auch die kleineren Rollen mit Karl Huml (Amtmann), Joshua Owen Mills (Schmidt) und Jisang Ryu (Johann) hört man makellos. Vital und fröhlich singen die Kinder der Singakademie Carinthia (Einstudierung: Apostolos Kallos). (…)

Kronen Zeitung

Wie sich Liebe und Schmerz in Jules Massenets Oper “Werther” kongenial zu Goethes Vorlage nach Libretto von Édouard Blau, Paul Milliet und Georges Hartmann zum Bühnenereignis bündeln, ist einzigartig. Im Stadttheater erlebte man Donnerstag das Fin de Siècle-Meisterwerk als große, hochkarätige Produktion, als meisterhaft geführten Klangsturm der Gefühle. Von dem sich das Premierenpublikum nur zu gerne mitreißen ließ. Lorenzo Viotti, aufgehender Stern am Dirigentenhimmel, erwies sich dabei als souveräner Maestro, der es versteht, konzentriert und intensiv die in Massenets schillernder Komposition innewohnenden Kräfte zu bündeln. Dazu hat er das sehr gut disponierte Kärntner Sinfonieorchester und vor allem Stimmen zur Verfügung, die höchsten Ansprüchen gerecht werden. (…) Attilio Glasers dramatischer Tenor funkelt in der Titelrolle mit dem so feinen wie kraftvollen Mezzosopran von “Charlotte” Anaik Morel um die Wette. Elegant, gewandt, mit hoch kultiviertem Bariton betont John Brancy die besondere Gefühlssituation des “Albert”. Karl Huml (Bass) ist der perfekte “Amtmann”. Ein Hochgenuss, spielerisch wie stimmlich, das trinkfreudige Trio “Schmidt-Johann-Brühlmann” Joshua Owen Mills, Jisang Ryu, Johannes Puchreiter mit “Käthchen” Lisa Maria Lebitschnig. Mit glaubhafter Lebensfreude, Grazie und hellem Sopran bezaubert “Sophie” Keri Fuge. Hinreißend die Kinder der Singakademie Carinthia – ihr unbefangenes “Noël, Noël” klingt noch lange nach … (…).

APA

Starke Stimmen und spannungsgeladene Musik ergeben einen kulinarischen Opernabend – Bejubelte Premiere.

Jules Massenets Oper “Werther” nach Goethes “Die Leiden des jungen Werther” spielt in Vincent Huguets Inszenierung am Klagenfurter Stadttheater in einem heiteren, boheme-artigen Kunstmilieu. Das markante Bühnenbild von Aurelie Maestre bildet dabei den ästhetischen Rahmen für die durchwegs herausragenden Solisten, die bei der Premiere Donnerstagabend stürmischen Applaus ernteten. (…) Der deutsche Tenor Attilio Glaser (…) wechselt mühelos von innigen, leisen Passagen zu kraftvollen Ausbrüchen und ist ein überzeugendes Gegenüber von Anaik Morel als Charlotte. Die französische Mezzosopranistin verkörpert mit warmen Timbre die verheiratete Angebetete. (…) Die glockenhelle Lebensfreude der quirlig-zwitschernden Sophie (Sopranistin Keri Fuge) ist das ganze Drama hindurch ein weiterer starker Kontrast, der auch in der Musik durchgezogen wird. Die überzeugende Ensembleleistung vervollständigen US-Bariton John Brancy als Charlottes verständnisvoller Ehemann Albert und Joshua Owen Mills und Jisang Ryu als die lebensfrohen Freunde Schmidt und Johann. (…)

Salzburger Nachrichten

(…) Lorenzo Viotti (…) schliff den Klang des Kärntner Sinfonieorchesters zu einem veritablen Edelstein. Die Farbpalette, die er aufträgt, bringt in feinst schillernden Valeurs das sinnliche Flair der Partitur zum Leuchten; (…) Attilio Glaser kann von subtilem, gleichwohl mit festem Kern ausgestatteten Piano-Lineament bis zu mühe- und bruchlos in die Höhe gefahrenen dramatischen Tönen den Charakter Werthers vokal aufs Beste runden, bleibt in allen Lagen unangestrengt und führt ein feinsinnig schmelzendes Timbre vor. Anaik Morel stattet ihre Charlotte mit einem warmherzig wohltönenden, herrlich dunkel grundierten Sopran aus, dessen wunderbar lasierter Farbauftrag filigrane Schattierungen zulässt. Ihre lebensdurstige Schwester Sophie ist bei Keri Fuge in bester heller Kehle. Dazu kommen charaktervolle Männerstimmen: John Brancy als verklemmter Verlobter Albert, Karl Huml als Amtmann, und punktgenau besetzte Kleinpartien. (…)

deropernfreund.de

(…) Diesmal waren es drei junge künstlerische Persönlichkeiten, die diese Neuproduktion prägten und zweifellos auf ein musikalisches Niveau hoben, das durchaus hohen internationalen Standards entsprach – es waren dies der Schweizer Dirigent Lorenzo Viotti , die französische Mezzosopranistin Anaïk Morel als Charlotte und der deutsche Tenor Attilio Glaser als Werther. Sie machten die Aufführung wahrlich zu einem Ereignis und man kann nur allen Opernfreunden empfehlen, nach Klagenfurt zu reisen und eine der folgenden Aufführungen zu besuchen! (… Lorenzo Viotti nimmt Massenets Partitur ernst und kostet sie in allen Details aus, ohne je kitschig und rührselig zu werden. Ihm gelingt es, dem Kärntner Sinfonieorchester eine ungemein reiche Klangpalette zu entlocken. (…) Großartig und berührend war an diesem Abend Anaïk Morel als Charlotte, die wohl ungeachtet des Titels die Hauptfigur des lyrischen Dramas ist. Herb-souverän und in eleganter Schönheit beherrscht sie in den ersten beiden Akten die Szene – und vor allem: sie singt mit einem in allen Lagen völlig ausgeglichenen schlanken Mezzo. (…) Und ebenso großartig war an diesem Abend ihr Werther in der Interpretation von Attilio Glaser. (…) Als Werther bot er nun eine reife und ausgezeichnete Leistung. Die Stimme ist in allen Lagen und vor allem auch in allen dynamischen Abstufungen vollkommen ausgeglichen (…) . Für ihn gilt das bereits für seine Charlotte Gesagte: da wächst ein großer Interpret heran. Die beiden waren an diesem Abend nicht nur stimmlich ausgezeichnet – sie durchlebten ihre Partien auch mit großer Intensität. Da war nichts oberflächlich Gespieltes, da standen glaubhafte Menschen auf der Bühne. (…) Dem Stadttheater Klagenfurt kann man zu einem musikalisch exzeptionellen Abend gratulieren. Das Haus war in dieser Repertoirevorstellung ausgezeichnet besucht – der Schlussbeifall war groß, begeistert und verdient!

Termine & Karten

Keine Termine vorhanden.