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11. August 2026

»Musik zwischen den Menschen«

Probenbeginn für Giuseppe Verdis Aida am Stadttheater Klagenfurt: Die große italienische Oper erzählt von der Liebesgeschichte zwischen dem ägyptischen Feldherren Radamès und der äthiopischen Prinzessin Aida, deren Volk er militärisch besiegt hat. Neben dem berühmten Triumphmarsch, der den kühlen Stolz der Sieger illustriert, wartet Aida aber auch mit »intimer Kammermusik auf, einer Musik zwischen den Menschen«, so Intendant Aron Stiehl, der das Werk inszeniert.

Ein Mann steht in einem Klassenzimmer oder Seminarraum und spricht zu einer sitzenden Gruppe; er hält Unterlagen in der Hand und trägt ein blaues Hemd sowie eine helle Hose.
Probenbeginn für Intendant Aron Stiehl und das Ensemble

»Aida ist auch ein Plädoyer für Toleranz und Menschlichkeit. Mit Blick auf den politischen Konflikt in der Oper stellt sich auch die Frage, ob die Verlierer des Krieges von den Siegern mit Respekt behandelt werden. Dieselben Spannungen begegnen uns auch heute noch auf der Welt. Deshalb ist Aida eine moderne Oper.« Die Musikalische Leitung übernimmt Chefdirigent Chin-Chao Lin, Sabine Arthold zeichnet für die Choreographie verantwortlich. Anna Princeva, die u. a. am Royal Opera House London und an der Staatsoper unter den Linden gastierte, debütiert in der Titelpartie, als Radamès wird Vasyl Solodkyy zu erleben sein.

Eine Frau in einem roten Kleid sitzt lächelnd da und hält ein Blatt Papier in der Hand; im Hintergrund sind eine Bühne und schwarze Stühle zu sehen.
Anna Princeva debütiert als Aida.

Inspiration für das Bühnenbild von Thomas Stingl ist das Neue Museum Berlin, das 60 Jahre nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut wurde. Die Spuren des Krieges wurden an der Fassade erhalten, das Gebäude erzählt wie ein verwundeter Körper die Geschichte der Stadt. Ein berühmtes Ausstellungsstück der Sammlung, die Büste der Nofretete, ist eine weitere Referenz zum Opern-Schauplatz Ägypten. Emmanuela Cossar bringt Äthiopien mit Naturfarben in den Kostümen auf die Bühne, die ägyptische Königsfamilie ist in goldene und türkise Stoffe gekleidet, die Uniformen orientieren sich an den Originalen aus dem 19. Jahrhundert.

Ein Miniaturmodell eines prächtigen Raums mit hohen Vorhängen, Flügeltüren und einem erhöhten Laufsteg in der Mitte, betrachtet durch eine fensterähnliche Öffnung.
Das Bühnenbild zur Oper von Thomas Stingl
Eine Frau mit lockigem Haar betrachtet Kostümskizzen, die an einer Wand neben einem Fenster ausgestellt sind.
Kostümentwürfe von Emmanuela Cossar

Aron Stiehl: »Am Schluss kommt es zur Verklärung. Die beiden Liebenden sind dem Tode geweiht, durch die Musik gelingt aber die Überhöhung des Menschen. Aida und Radamès sterben gemeinsam in der Liebe. Der Mensch ist mehr als nur Fleisch und Blut.«

Die Spielzeit 2026/27 wird am 17. September 2026 mit Aida eröffnet, am 13. September 2026 laden wir zur Matinee mit Intendant Aron Stiehl und den Künstler*innen der Produktion (Eintritt frei, Zählkarten an der Theaterkasse).

Zwei Männer sitzen mit verschränkten Armen vor einem dunklen Bühnenhintergrund, beide lächeln und tragen eine Brille.
Tommi Hakala (Amonasro) und Chefdirigent Chin-Chao Lin