Die lustigen Weiber von Windsor
Komisch-phantastische Oper in drei Akten von Otto Nicolai / Text von Salomon Hermann Mosenthal nach der gleichnamigen Komödie von William Shakespeare / In deutscher Sprache mit Übertiteln
Italienische Komödie trifft deutschen Wald – so ließe sich die dramaturgische Grundidee von Otto Nicolais 1849 uraufgeführter Oper auf den Punkt bringen. Und das, obwohl das Stück im englischsten aller Orte spielt und auf eine Vorlage des englischsten
aller Dichter*innen zurückgeht: die Komödie The Merry Wives of Windsor von William Shakespeare.
Falstaff leistet sich einen Fehltritt, der sich rasch in Windsor herumspricht. Er schickt den beiden verheirateten Nachbarinnen Frau Fluth und Frau Reich Liebesbriefe – und zwar gleichlautende. Die beiden beschließen, ihre Ehre an dem alten weißen Mann zu rächen und – im Falle von Frau Fluth – zugleich dem eigenen stets eifersüchtigen Ehemann eine Lektion zu erteilen. Während Falstaff sich im Ort zunehmend unmöglich macht, versuchen die Reichs, ihre Tochter Anna unter die Haube zu bringen. Sie
soll sich zwischen zwei Bewerbern entscheiden, die traditionellerweise von ihren Eltern vorgeschlagen werden – doch sie beabsichtigt, den von ihr selbst erwählten Fenton zu heiraten. Im Wald vor Windsor kommt es schließlich zum Showdown, in dem die Grenzen zwischen Realität und Phantasie verschwimmen und die althergebrachte soziale Ordnung infrage gestellt wird.
Nicolai, der als einer der wenigen nordalpinen Komponist*innen seiner Zeit die italienische Oper schätzte, verband in seinem »komisch-phantastischen« Werk deren Melodienseligkeit mit der durchaus abgründigen Empfindsamkeit der deutschen Romantik. Inszenieren wird diese brillant in Musik gesetzte Geschlechterkomödie Andrea Schwalbach, deren Inszenierung von Sister Act zuletzt am Stadttheater triumphal gefeiert wurde.
