Home ProduktionNicht sehen
Bühne
Dauer: ca. 1 Stunde, 45 Minuten (keine Pause)
Premiere: Do, 07.04.2022
Dernière: Do, 19.05.2022
URAUFFÜHRUNG
Einführungs-Matinee

27. März 2022 – 11.00 Uhr

Publikumsgespräch

Nach jeder Vorstellung findet ein Publikumsgespräch mit Intendant Aron Stiehl und Künstler*innen der Produktion im Zuschauerraum statt.

Nicht sehen

Ein Projekt von Noam Brusilovsky

Wie konnten Methoden der Heilung und Therapie jahrzehntelang zum Missbrauch an Kindern und Jugendlichen genutzt werden? In Kärnten lautete die Antwort: durch Ignoranz, Gleichgültigkeit und institutionalisiertes Wegsehen …

Auch 20 Jahre nach der Verurteilung des Kinderarztes und Heilpädagogen Franz Wurst wegen Beteiligung am Mord an seiner Ehefrau sowie sexueller Gewalt gegen zahlreiche Kinder und Jugendliche an öffentlichen Einrichtungen bleibt die jahrzehntelange institutionelle Gewalt eine offene Wunde in Kärnten. Die Veröffentlichung dieses Falles markierte erst den Beginn einer langjährigen gesellschaftlichen Aufarbeitung und die Thematisierung von sogenannten »totalen Institutionen«. Wie konnte Gewalt in einem so großen Ausmaß hinter den Mauern unsichtbar bleiben?

Das Sichtbare und das Unsichtbare sowie die Möglichkeit, davon zu erzählen, stehen im Mittelpunkt von Noam Brusilovskys dokumentarischer Inszenierung, in der Schauspieler*innen, Einwohner*innen der Stadt und Jugendliche aus dem Theaterspielclub des Stadttheaters mitwirken. In einer inszenierten »Führung« durch die Stadt werden die Orte der Geschehnisse und ihre Geschichte auf der Bühne einer erneuten Betrachtung unterzogen. Anhand von heilpädagogischer Forschungsliteratur, Berichten der Opfer und Stimmen aus der Stadt werden die geschlossenen Strukturen der Institutionen auf der Bühne aufgebrochen und die unterschiedlichen Erzählungen akustisch-visuell miteinander verwoben. So entsteht ein Spiel zwischen dem, was zu sehen und was zu hören ist – zwischen dem, was man zu wissen glaubt und dem, was man nur ahnen kann.
Der junge deutsch-israelische Regisseur Noam Brusilovsky stellt sich mit dieser Arbeit über ein Kärntner Trauma in Klagenfurt vor.

Bühne
Dauer: ca. 1 Stunde, 45 Minuten (keine Pause)
Premiere: Do, 07.04.2022
Dernière: Do, 19.05.2022
URAUFFÜHRUNG
Einführungs-Matinee

27. März 2022 – 11.00 Uhr

Publikumsgespräch

Nach jeder Vorstellung findet ein Publikumsgespräch mit Intendant Aron Stiehl und Künstler*innen der Produktion im Zuschauerraum statt.

Podcast Einführung

Pressestimmen

Kleine Zeitung

Das Stadttheater Klagenfurt beschäftigt sich im dokumentarischen Stück »Nicht sehen« mit dem Fall Franz Wurst. Ein starker Abend von großer Relevanz. (…) Was das Team um den jungen israelischen Regisseur Noam Brusilovsky in gut 100 kurzweiligen Minuten leistet, ist so etwas wie eine Operation am offenen Kärntner Herzen. Brusilovsky verknüpft dafür geschickt Vergangenheit mit Gegenwart, lässt Zeitzeugen auftreten und holt die heutige Jugend auf die Bühne. (…) Schein und Sein, Opfer und Täter, Status und soziale Benachteiligung. All diese verschiedenen Ebenen werden geschickt auch akustisch-visuell miteinander verwoben. (…) Wer schützt die, die sich selbst nicht schützen können? Nur jene, die auch tatsächlich hinschauen. Eine Mahnung, die eindringlicher nicht sein könnte. Und eine Mahnung, die vom berührten und betroffenen Publikum mit Standing Ovations gefeiert wurde.

APA

Der realer Fall [des Kinderarztes und Primars Franz Wurst] steht im Zentrum der eindringlichen Theaterproduktion »Nicht sehen« von Noam Brusilovsky, die bei der Premiere am Donnerstag vom erschütterten Publikum frenetisch gefeiert wurde. (…) Der junge israelische Regisseur Noam Brusilovsky versucht nicht »Theater spielen« zu lassen, sondern die komplexe Geschichte mit künstlerischen und dokumentarischen Mitteln zu erzählen. Mit Videoprojektionen, Live-Musik und einer Klangkulisse aus Hintergrundgeräuschen schafft er einen sinnlichen Kontrast zu dem kargen Bühnenbild (…), das einem anonymen Amt gleicht. (…) Mit diesem Stück Dokumentartheater, angesiedelt zwischen Peter Weiss, Rolf Hochhuth und Rimini-Protokoll, hat das Stadttheater viel gewagt – und gewonnen. Mit minutenlangen Standing Ovations schüttelte das begeisterte Premierenpublikum schließlich seine Beklemmung ab.

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